L-Band-Radar: Der Blick durch Wolken und Pflanzen

Ein L-Band-Radar sendet Mikrowellen mit vergleichsweise großer Wellenlänge aus und misst deren Reflexion. In der Fernerkundung liegt sie typischerweise bei etwa 25 Zentimetern. Anders als optische Kameras kann Radar unabhängig von Tageslicht arbeiten und Wolken weitgehend durchdringen.

L-Band-Signale gelangen außerdem tiefer durch Pflanzenbewuchs als kürzere Radarwellen. Deshalb eignen sie sich besonders zur Untersuchung von Wäldern, Bodenfeuchte, Eisflächen und Veränderungen der Erdoberfläche. Durch wiederholte Messungen lassen sich selbst kleine Verschiebungen erkennen, etwa nach Erdbeben, Vulkanausbrüchen oder Erdrutschen.

Ein wichtiges Beispiel ist der Erdbeobachtungssatellit NISAR. Sein L-Band-Radar wurde von der NASA entwickelt und arbeitet mit einem zusätzlichen S-Band-System der indischen Raumfahrtbehörde ISRO.