Als Decane bezeichnet die Forschung bestimmte Sterne oder Sterngruppen, die im alten Ägypten zur Beobachtung des Himmels und zur Zeitmessung dienten. Ihre Aufgänge folgten ungefähr in Abständen von zehn Tagen und waren mit dem ägyptischen Kalender verbunden.
In sogenannten diagonalen Sterntafeln wurden die Decane in einer festen Reihenfolge dargestellt. Anhand ihres nächtlichen Erscheinens ließ sich abschätzen, wie weit die Nacht bereits fortgeschritten war. Insgesamt bildeten 36 Decane ein System, das das Jahr in Abschnitte von jeweils zehn Tagen gliederte.
Welche heutigen Sterne sich hinter vielen ägyptischen Decan-Namen genau verbergen, ist nicht immer eindeutig geklärt. Später wurde der Begriff auch in der griechisch-hellenistischen Tradition verwendet und auf Abschnitte des Tierkreises übertragen.