Wie wahrscheinlich ist Leben im Universum

Wie wahrscheinlich Leben im Universum ist, lässt sich bislang nicht zuverlässig berechnen. Dafür kennen wir nur ein einziges Beispiel: die Erde. Niemand weiß, wie leicht Leben entsteht oder wie oft es sich auf einem geeigneten Planeten dauerhaft entwickelt.

Mehrere Erkenntnisse sprechen jedoch dafür, dass lebensfreundliche Orte keine Ausnahme sein müssen. Planeten kommen in der Milchstraße sehr häufig vor. Unter ihnen befinden sich auch kleinere, felsige Welten, die ihre Sterne in einer Entfernung umkreisen, in der flüssiges Wasser grundsätzlich möglich wäre. Wasser, Kohlenstoff und weitere wichtige chemische Bestandteile wurden zudem an vielen Orten im All nachgewiesen.

Eine Lage in der bewohnbaren Zone reicht allerdings nicht aus. Auch Atmosphäre, Temperatur, Strahlung, geologische Entwicklung und die Aktivität des jeweiligen Sterns beeinflussen, ob ein Planet tatsächlich lebensfreundlich ist. Selbst unter günstigen Bedingungen muss dort nicht zwangsläufig Leben entstehen.

Einfaches, mikroskopisches Leben könnte wahrscheinlicher sein als komplexe Organismen oder technische Zivilisationen. Auf der Erde existierte Leben über Milliarden Jahre, bevor Menschen und moderne Technik entstanden.

Gesichert ist bisher nur, dass die Voraussetzungen für Leben im Universum verbreitet sind. Ob Leben selbst häufig oder äußerst selten ist, bleibt eine der größten offenen Fragen der Wissenschaft.

Quellen
▪ NASA Science: „Life in the Universe: What Are the Odds?“, 9. März 2021
▪ NASA Astrobiology: „About Astrobiology“, abgerufen am 2. August 2026
▪ National Academies of Sciences, Engineering, and Medicine: „An Astrobiology Strategy for the Search for Life in the Universe“, 2019

Hat das Universum ein Ende

Ob das Universum räumlich ein Ende besitzt, ist nicht bekannt. Astronominnen und Astronomen können nur den beobachtbaren Teil untersuchen. Seine Grenze entsteht dadurch, dass uns Licht aus noch weiter entfernten Regionen seit dem Beginn des Universums nicht erreichen konnte. Sie ist keine Wand und kein äußerer Rand.

Auch ein endliches Universum müsste keine Kante besitzen. Vergleichbar ist die Oberfläche einer Kugel: Sie hat eine begrenzte Fläche, aber keinen Punkt, an dem sie plötzlich endet. Der Raum könnte auf ähnliche Weise in drei Dimensionen gekrümmt und in sich geschlossen sein.

Messungen der kosmischen Hintergrundstrahlung zeigen, dass das Universum im großen Maßstab nahezu flach ist. Daraus folgt jedoch nicht eindeutig, dass es unendlich sein muss. Auch ein sehr großes, aber endliches Universum könnte innerhalb des beobachtbaren Bereichs flach erscheinen.

Mit einem „Ende des Universums“ kann außerdem seine ferne Zukunft gemeint sein. Der Raum dehnt sich gegenwärtig beschleunigt aus. Nach dem derzeit wahrscheinlichsten Modell wird diese Ausdehnung dauerhaft weitergehen. Galaxien würden sich immer weiter voneinander entfernen, während nach sehr langer Zeit Sterne erlöschen und das Universum zunehmend dunkel und kalt wird.

Andere Szenarien wie ein erneuter Kollaps oder ein „Big Rip“ sind theoretisch möglich. Welches Schicksal tatsächlich eintritt, hängt vor allem von der noch unverstandenen Dunklen Energie ab.

Quellen
▪ NASA Science: „Overview: The Universe“, abgerufen am 2. August 2026
▪ NASA Science: „Expand Our Knowledge of Dark Energy“, aktualisiert am 16. September 2025
▪ European Space Agency: „Is the Universe Finite or Infinite?“, 2. Mai 2001

Wie groß ist das Universum

Wie groß das gesamte Universum ist, lässt sich bislang nicht bestimmen. Forschende können nur den Teil untersuchen, dessen Licht uns seit dem Beginn des Universums erreichen konnte. Dieser Bereich wird als beobachtbares Universum bezeichnet und besitzt heute einen Durchmesser von ungefähr 93 Milliarden Lichtjahren.

Das klingt zunächst widersprüchlich, denn das Universum ist etwa 13,8 Milliarden Jahre alt. Der sichtbare Raum müsste daher scheinbar höchstens 27,6 Milliarden Lichtjahre breit sein. Während das Licht zu uns unterwegs war, hat sich der Raum jedoch weiter ausgedehnt. Die Regionen, aus denen das älteste beobachtbare Licht stammt, sind deshalb heute wesentlich weiter entfernt.

Die Erde liegt nicht im Mittelpunkt des gesamten Universums. Sie erscheint lediglich als Zentrum unseres beobachtbaren Bereichs, weil wir von hier aus in alle Richtungen schauen. Ein Beobachter in einer weit entfernten Galaxie hätte seinen eigenen sichtbaren Ausschnitt.

Ob das Universum endlich oder unendlich ist, bleibt offen. Messungen zeigen, dass der Raum im großen Maßstab nahezu flach ist. Daraus lässt sich jedoch keine eindeutige Gesamtgröße ableiten. Das Universum könnte unendlich sein oder eine endliche Form besitzen, deren Grenzen weit außerhalb unseres Beobachtungshorizonts liegen.

Gesichert ist daher nur: Das beobachtbare Universum ist rund 93 Milliarden Lichtjahre groß. Das gesamte Universum ist mindestens größer und möglicherweise unendlich.

Quellen
▪ European Space Agency: „The Universe“, abgerufen am 2. August 2026
▪ NASA: „How Big is Space? We Asked a NASA Expert“, 28. Januar 2025
▪ NASA Science: „Universe Glossary“, abgerufen am 2. August 2026