Beobachtungen des James-Webb-Weltraumteleskops könnten genauer zeigen, wie das Universum nach seinem sogenannten dunklen Zeitalter wieder durchsichtig wurde. Eine am 5. August 2026 vorgestellte Studie untersucht auffällige Absorptionsmuster im Licht sehr früher Galaxien. Mithilfe von Computersimulationen prüften die Forschenden, woher diese sogenannten Lyman-Alpha-Dämpfungsflügel stammen können.
Die Auswertung zeigt, dass nicht allein neutrales Wasserstoffgas zwischen den Galaxien für die stärksten Absorptionssignale verantwortlich sein dürfte. Auch Gas in unmittelbarer Umgebung der jungen Galaxien spielt offenbar eine wichtige Rolle. Besonders starke Signale lassen sich in den Modellen nur schwer erklären, wenn das Umfeld der Galaxien bereits weitgehend ionisiert ist.
Damit könnten Webb-Beobachtungen helfen, die sogenannte Reionisationsphase genauer zu rekonstruieren. In dieser Epoche verwandelte die Strahlung der ersten Sterne und Galaxien den zuvor neutralen Wasserstoff im Universum. Die Forschenden wollen ihre Modelle weiter verfeinern und insbesondere dichteres Gas in den Sternentstehungsgebieten berücksichtigen. Die Ergebnisse sind bislang eine wissenschaftliche Vorabveröffentlichung und noch nicht abschließend begutachtet.
Quellen
▪︎ arXiv: „On the Origin of the Lyα Damping Wing in Galaxies at 8 ≤ z ≤ 10: Explorations using the NINJA Simulations“, 5. August 2026
▪︎ Monthly Notices of the Royal Astronomical Society: „The origin of the characteristic shape and scatter of intergalactic damping wings during reionization“, 8. April 2024
