Forschende haben mithilfe von Solar Orbiter und weiteren Sonnenobservatorien eine bislang nicht beschriebene Struktur in der Chromosphäre der Sonne identifiziert. Die Chromosphäre liegt oberhalb der sichtbaren Sonnenoberfläche und wird von feinen, länglichen Plasmastrukturen durchzogen. In den ausgewerteten Beobachtungen zeigte sich ein ungewöhnlicher Punkt, an dem diese sogenannten Fibrillen ein auffälliges magnetisches Muster bilden.
Die Analyse deutet darauf hin, dass die Struktur in einem Gebiet mit vergleichsweise schwachem Magnetfeld zwischen zwei stärkeren Magnetfeldregionen entsteht. In unmittelbarer Nähe wurden außerdem eine Sonneneruption und ein Plasmajet beobachtet. Die Forschenden vermuten deshalb, dass Bewegungen an der Sonnenoberfläche das Magnetfeld dort zusammendrücken und zur beobachteten Aktivität beitragen.
Für die Untersuchung wurden Daten von Solar Orbiter, dem schwedischen Sonnenteleskop SST, dem Weltraumteleskop IRIS und dem Solar Dynamics Observatory kombiniert. Weitere Beobachtungen sollen zeigen, wie häufig solche Strukturen auftreten und welche Rolle sie bei der Freisetzung magnetischer Energie in der Sonnenatmosphäre spielen.
Quellen
▪︎ American Astronomical Society SolarNews: „New IRIS nugget by Reetika Joshi“, 14. August 2026
▪︎ Astronomy & Astrophysics: „Active chromospheric fibril singularity: Coordinated observations from Solar Orbiter, SST, and IRIS“, 2026
