Was vor dem Urknall geschah, ist wissenschaftlich nicht geklärt. Der Urknall beschreibt keine Explosion in einem bereits vorhandenen Raum. Gemeint ist die Entwicklung des Universums aus einem extrem heißen und dichten frühen Zustand vor etwa 13,8 Milliarden Jahren.
Je weiter Forschende die Entwicklung zurückrechnen, desto stärker steigen Temperatur und Dichte. Für die allerersten Momente reichen die heute bestätigten physikalischen Theorien jedoch nicht aus. Besonders die allgemeine Relativitätstheorie und die Quantenphysik müssten dafür in einer noch nicht vollständig entwickelten Theorie der Quantengravitation zusammengeführt werden.
Nach verbreiteten Modellen durchlief das Universum unmittelbar am Anfang eine extrem kurze Phase sehr schneller Ausdehnung, die kosmische Inflation. Was diese Inflation auslöste oder ob davor bereits etwas existierte, ist unbekannt.
Einige Hypothesen gehen von einem früheren Universum aus, das sich zunächst zusammenzog und anschließend wieder ausdehnte. Andere Modelle beschreiben wiederkehrende Universen, Quantenzustände ohne klassischen Anfang oder die Entstehung unseres Universums innerhalb eines größeren kosmischen Zusammenhangs. Für keine dieser Vorstellungen gibt es bislang einen eindeutigen Beleg.
Möglicherweise ist auch die Frage nach einem „Davor“ nicht sinnvoll, weil die Zeit selbst erst mit dem frühen Universum entstand. Gesichert ist nur, dass die Forschung den Zustand nach den ersten kosmischen Momenten zunehmend gut beschreiben kann. Was ihnen vorausging, bleibt offen.
Quellen
▪ NASA Science: „Early Universe“, abgerufen am 2. August 2026
▪ NASA Science: „Overview: The Universe’s History“, abgerufen am 2. August 2026
▪ European Space Agency: „Cosmic Eras“, abgerufen am 2. August 2026
