Starlink-Satelliten können am Nachthimmel ungewöhnlich erscheinen. Besonders kurz nach einem Start bewegen sich zahlreiche Satelliten in einer langen Reihe über den Himmel. Diese auffällige Formation wird häufig als Satellitenzug bezeichnet. Wer sie nicht kennt, kann sie für unbekannte Flugobjekte halten.
Die Satelliten leuchten nicht selbst. Sie werden sichtbar, wenn Sonnenlicht von ihren Oberflächen und Solarmodulen reflektiert wird. Das geschieht besonders häufig nach Sonnenuntergang oder vor Sonnenaufgang. Am Boden ist es dann bereits dunkel, während die Satelliten in mehreren Hundert Kilometern Höhe noch von der Sonne angestrahlt werden.
Nach einiger Zeit verteilen sich die Satelliten auf ihre vorgesehenen Umlaufbahnen. Sie erscheinen dann nicht mehr als geschlossene Reihe, können aber weiterhin als einzelne Lichtpunkte beobachtet werden. Bestimmte Blickwinkel erzeugen kurze, starke Lichtreflexe. Solche sogenannten Flares können wie plötzlich auftauchende oder verschwindende Objekte wirken.
Auch scheinbare Änderungen von Helligkeit, Geschwindigkeit oder Bewegungsrichtung können den Eindruck eines ungewöhnlichen Flugverhaltens erzeugen. Entfernung, Perspektive, Wolken und fehlende Bezugspunkte erschweren die Einschätzung zusätzlich.
Die US-amerikanische Untersuchungsstelle AARO nennt Satellitenreflexionen ausdrücklich als mögliche Ursache für UAP-Meldungen. Starlink-Satelliten sind daher keine UFOs im geheimnisvollen Sinn, können aber zunächst unidentifiziert bleiben, wenn Beobachtenden ihre Bahn und ihr Erscheinungsbild nicht bekannt sind.
Quellen
▪ All-domain Anomaly Resolution Office: „Correlations of Starlink Satellite Flaring with UAP Observations“
▪ NASA Astronomy Picture of the Day: „Starlink Satellite Trails over Brazil“, 10. Dezember 2019
▪ SpaceX: „Starlink“
