Europas Riesenteleskop nimmt zunehmend Gestalt an

Auf dem Cerro Armazones in der chilenischen Atacama-Wüste schreitet eines der größten Astronomieprojekte der Gegenwart voran. Die Europäische Südsternwarte ESO teilte am 20. Juli 2026 mit, dass inzwischen mehr als drei Viertel der Arbeiten am Extremely Large Telescope abgeschlossen sind. Neue Zeitrafferaufnahmen zeigen, wie sich die Baustelle innerhalb von rund anderthalb Jahren verändert hat.

Im Inneren der gewaltigen Kuppel entsteht die bewegliche Konstruktion, die später fünf Spiegel und mehrere wissenschaftliche Instrumente tragen soll. Der Hauptspiegel wird aus 798 sechseckigen Segmenten bestehen und einen Durchmesser von 39 Metern erreichen. Dadurch soll das Teleskop besonders lichtschwache und weit entfernte Objekte untersuchen können.

Geplant sind Beobachtungen früher Galaxien, Schwarzer Löcher und der Atmosphären ferner Planeten. Vor dem wissenschaftlichen Einsatz müssen jedoch noch zahlreiche Bauteile geliefert, montiert und erprobt werden. Erste technische Himmelsbeobachtungen sind für Anfang 2029 vorgesehen. Das reguläre wissenschaftliche Programm soll nach der Installation und Prüfung der ersten Instrumente beginnen.

Quellen

  • Europäische Südsternwarte ESO: „An update on the world’s biggest eye on the sky“, 20. Juli 2026
  • Europäische Südsternwarte ESO: „Telescope first light for ESO’s Extremely Large Telescope now planned for March 2029“, 14. März 2025