Beim Blick in den Weltraum sehen wir Himmelskörper nicht so, wie sie in diesem Augenblick aussehen, sondern so, wie sie beim Aussenden ihres Lichtes aussahen. Der Grund dafür ist, dass Licht trotz seiner enormen Geschwindigkeit Zeit benötigt, um Entfernungen zu überwinden.
Das Licht des Mondes erreicht die Erde nach ungefähr 1,3 Sekunden. Von der Sonne ist es etwa acht Minuten unterwegs. Wir sehen die Sonne daher stets in einem Zustand, der rund acht Minuten zurückliegt. Beim nächstgelegenen Stern außerhalb unseres Sonnensystems beträgt diese Verzögerung bereits mehr als vier Jahre.
In der Astronomie werden große Entfernungen häufig in Lichtjahren angegeben. Ein Lichtjahr bezeichnet die Strecke, die Licht innerhalb eines Jahres zurücklegt. Eine Galaxie in einer Entfernung von einer Million Lichtjahren erscheint uns folglich so, wie sie vor einer Million Jahren aussah.
Leistungsfähige Teleskope können sehr weit entfernte Galaxien beobachten, deren Licht Milliarden Jahre bis zur Erde unterwegs war. Dadurch erhalten Forschende Einblicke in frühe Entwicklungsphasen des Universums. Sie können untersuchen, wie die ersten Sterne und Galaxien entstanden und wie sich kosmische Strukturen veränderten.
Astronomische Beobachtungen sind deshalb immer auch Blicke in die Vergangenheit. Je weiter ein Objekt entfernt ist, desto älter ist das Licht, das uns von ihm erreicht.
Quellen
▪ NASA Science: „How Does Webb See Back in Time?“, abgerufen am 2. August 2026
▪ European Space Agency: „Travelling Back in Time“, abgerufen am 2. August 2026
▪ NASA Space Place: „What Is a Light-Year?“, abgerufen am 2. August 2026
