Extrem starke Sonneneruptionen koennten seltener sein als gedacht

Eine neue Untersuchung kommt zu dem Ergebnis, dass außergewöhnlich starke Sonneneruptionen möglicherweise deutlich seltener auftreten als einfache statistische Hochrechnungen bislang vermuten lassen. Für die am 5. August 2026 veröffentlichte Studie wurden Messreihen aus mehreren Sonnenzyklen ausgewertet, darunter Daten der GOES-Satelliten sowie der STIX-Kamera an Bord von Solar Orbiter.

Besonders aktive und magnetisch komplexe Sonnenfleckengruppen erzeugen demnach einen großen Anteil der stärkeren M- und X-Klasse-Flares. Bei extrem hohen Energien nimmt die Häufigkeit jedoch offenbar stärker ab als es eine einfache Potenzverteilung erwarten ließe. Die Studie schätzt für eine hypothetische Sonneneruption der Klasse X100 eine durchschnittliche Wiederkehrzeit von etwa 370 Jahren, allerdings mit erheblicher statistischer Unsicherheit.

Die Ergebnisse könnten langfristig helfen, das Risiko außergewöhnlicher Weltraumwetterereignisse realistischer einzuschätzen. Weitere Beobachtungen bleiben jedoch notwendig, weil extrem starke Flares naturgemäß nur selten auftreten. Solar Orbiter liefert mit seinem Röntgenteleskop STIX zusätzliche Daten, die solche langfristigen Vergleiche verbessern können.

Quellen
▪︎ arXiv: „A matter of class and flare: Flare productivity in solar active regions and power-law constraints on the flare frequency distribution“, 5. August 2026
▪︎ NOAA National Centers for Environmental Information: „GOES-R Extreme Ultraviolet and X-ray Irradiance Sensors“, 2026