Webb kann nun auch besonders helle Exoplaneten genauer beobachten

Das James-Webb-Weltraumteleskop hat einen neuen Beobachtungsmodus für die Untersuchung besonders heller Exoplanetensysteme erfolgreich erprobt. Das Space Telescope Science Institute teilte am 14. August 2026 mit, dass das NIRISS-Instrument erstmals eine vollständige zeitliche Messreihe mit neu entwickelten sogenannten Multistripe-Auslesebereichen durchgeführt hat. Als Testobjekt diente der Gasriese WASP-18b.

Die technische Erweiterung ermöglicht es NIRISS, seine Detektoren schneller auszulesen. Dadurch können künftig auch Sterne untersucht werden, die für bisherige Einstellungen zu hell waren und den Detektor überlastet hätten. Besonders interessant ist dies bei Exoplaneten, die regelmäßig vor ihrem Stern vorbeiziehen. Aus den dabei entstehenden geringen Helligkeitsänderungen und Spektren lassen sich Eigenschaften ihrer Atmosphären bestimmen. Nach Angaben des Instituts können mit dem neuen Verfahren grundsätzlich alle derzeit bekannten Systeme mit vorbeiziehenden Exoplaneten ohne Überbelichtung beobachtet werden.

Die Kalibrierung ist noch nicht vollständig abgeschlossen. In den kommenden Monaten sollen weitere technische Auswertungen veröffentlicht werden und zeigen, welche Messgenauigkeit der neue Modus dauerhaft erreicht.

Quellen
▪︎ Space Telescope Science Institute: „First Look at a Time-Series Observation with New NIRISS SOSS Multistripe Subarrays“, 14. August 2026
▪︎ Space Telescope Science Institute: „Calibration Programs – NIRISS/SOSS Multistripe Time-Series Observation“, Stand August 2026