Neue Auswertungen von Beobachtungen des James-Webb-Weltraumteleskops zeigen, dass Wasser- und Kohlendioxideis auf dem Jupitermond Callisto sehr unterschiedlich verteilt sind. Besonders auffällig ist eine Region um die vergleichsweise jungen Krater Lofn und Heimdall. Dort fanden Forschende eine ungewöhnlich starke Konzentration von festem Kohlendioxid, die vermutlich nicht allein durch Strahlung auf der Oberfläche entstanden ist.
Auch das Wassereis folgt keinem einheitlichen Muster. Auf einer Seite des Mondes scheint seine Verteilung mit großen Einschlagstrukturen zusammenzuhängen, während auf der gegenüberliegenden Hemisphäre der Einfluss geladener Teilchen aus Jupiters Magnetfeld eine wichtige Rolle spielen könnte. Webb registrierte zudem eine sehr dünne und ungleichmäßig verteilte Hülle aus gasförmigem Kohlendioxid.
Die Ergebnisse zeigen, dass Callistos Oberfläche chemisch komplexer ist als ihr stark verkratertes Erscheinungsbild vermuten lässt. Weitere Untersuchungen sind besonders interessant, weil die ESA-Sonde Juice auf dem Weg zum Jupitersystem ist. Sie soll Callisto in den 2030er-Jahren mehrfach aus der Nähe untersuchen.
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Quellen
▪︎ Phys.org / Universe Today: „JWST peeks at Callisto’s ancient scars“, 23. August 2026
▪︎ arXiv: „Callisto from JWST: CO2-rich terrain on the leading hemisphere and global patterns of H2O ice“, 4. August 2026
