Neue Hochgeschwindigkeitsantenne an der ISS installiert

Die ESA-Astronautin Sophie Adenot und NASA-Astronaut Anil Menon haben bei einem Außenbordeinsatz an der Internationalen Raumstation ISS eine neue Kommunikationsantenne installiert und aktiviert. Der Einsatz am 25. August 2026 dauerte sechs Stunden und 30 Minuten und war bereits Adenots zweiter Weltraumausstieg.

Die sogenannte Space-to-Ground Antenna ermöglicht die schnelle Übertragung großer Datenmengen zwischen der ISS und den Kontrollzentren auf der Erde. Ihre Installation war bereits bei einem Außenbordeinsatz am 18. August begonnen worden. Fest sitzende Schrauben und Verbindungen an der ausgefallenen Antenne hatten die Arbeiten damals verzögert, sodass der Austausch nicht abgeschlossen werden konnte.

Beim zweiten Einsatz montierten Adenot und Menon die Ersatzantenne am Z1-Träger der Raumstation und stellten die elektrischen Verbindungen her. Erste Überprüfungen zeigten nach Angaben der NASA eine funktionierende Stromversorgung und Datenübertragung. Anschließend verstauten die Astronauten die ausgefallene Antenne dauerhaft an einer externen Plattform der ISS.

Für Sophie Adenot war es der zweite Außenbordeinsatz innerhalb von acht Tagen. Insgesamt hat sie damit 12 Stunden und 53 Minuten außerhalb der Raumstation gearbeitet.

Sophie Adenot vom Hubschraubercockpit zur ISS

Bevor Sophie Adenot Astronautin wurde, führte ihr Weg durch Cockpits, militärische Rettungseinsätze und die anspruchsvolle Arbeit einer Testpilotin. Die Französin wurde am 5. Juli 1982 in Cosne-Cours-sur-Loire geboren. Heute gehört sie zum Astronautenkorps der Europäischen Weltraumorganisation ESA und arbeitet während ihrer ersten Raumfahrtmission auf der Internationalen Raumstation ISS.

Adenot studierte Ingenieurwissenschaften an der ISAE-SUPAERO in Toulouse und spezialisierte sich auf die Flugdynamik von Flugzeugen und Raumfahrzeugen. Anschließend erwarb sie am Massachusetts Institute of Technology einen Masterabschluss im Bereich Human Factors Engineering. Nach einer Tätigkeit bei Airbus Helicopters begann sie 2005 ihre militärische Laufbahn. Als Hubschrauberpilotin war sie unter anderem an Such- und Rettungseinsätzen beteiligt. Später wurde sie experimentelle Testpilotin. Bis zu ihrer Auswahl als Astronautin hatte sie mehr als 3.000 Flugstunden auf 22 verschiedenen Hubschraubertypen gesammelt.

Im November 2022 nahm die ESA Adenot in ihre neue Astronautenklasse auf. Nach ihrer Grundausbildung am Europäischen Astronautenzentrum in Köln erhielt sie im April 2024 die Astronautenzertifizierung. Am 13. Februar 2026 startete sie mit der Crew-12 zur ISS. Ihre erste Raumfahrtmission trägt den Namen Epsilon.

Auf der Raumstation arbeitet Adenot als Flugingenieurin und beteiligt sich an wissenschaftlichen und technischen Aufgaben. Sie ist nach Claudie Haigneré die zweite Französin im Weltraum. Ihr Weg zur ISS verbindet damit wissenschaftliche Ausbildung, jahrelange Flugerfahrung und die Vorbereitung auf eine Langzeitmission im All.

Anil Menon vom Notfallmediziner zum Astronauten

Anil Menons Weg ins All begann nicht im Cockpit eines Raumfahrzeugs, sondern in Medizin, Forschung und militärischer Luftfahrt. Der in Minneapolis aufgewachsene US-Amerikaner ist Notfallmediziner, Ingenieur und Oberst der United States Space Force. Bevor er selbst Astronaut wurde, kümmerte er sich bereits um die Gesundheit von Menschen auf der Erde und im Weltraum.

Menon studierte Neurobiologie an der Harvard University und erwarb später an der Stanford University einen Masterabschluss in Maschinenbau sowie einen medizinischen Doktortitel. Es folgten Ausbildungen in Notfallmedizin, Wildnismedizin und Luft- und Raumfahrtmedizin. Als Arzt war er unter anderem nach dem Erdbeben in Haiti 2010 und dem Erdbeben in Nepal 2015 im Einsatz. Außerdem arbeitete er zeitweise mit Rettungsteams am Mount Everest.

2014 begann Menon als Flugarzt für die NASA und betreute Besatzungen der Internationalen Raumstation. Vier Jahre später wechselte er zu SpaceX. Dort baute er das medizinische Programm des Unternehmens mit auf und war an der Vorbereitung der ersten bemannten Crew-Dragon-Flüge beteiligt.

2021 wählte die NASA Menon für ihre neue Astronautenklasse aus. Nach Abschluss seiner Ausbildung wurde er für seine erste ISS-Mission ausgewählt. Am 14. Juli 2026 startete er mit dem russischen Raumschiff Sojus MS-29 gemeinsam mit Pjotr Dubrow und Anna Kikina zur Raumstation. Dort arbeitet Menon als Flugingenieur der Expedition 75 und führt wissenschaftliche sowie technische Untersuchungen durch. Damit verbindet seine Laufbahn auf ungewöhnliche Weise Medizin, Raumfahrt und praktische Erfahrung in Extremsituationen.

Quellen
▪︎ Europäische Weltraumorganisation ESA: „Second spacewalk completed for Sophie Adenot“, 26. August 2026
▪︎ NASA: „NASA, ESA Spacewalkers Finish Installing High-Speed Antenna“, 25. August 2026
▪︎ Europäische Weltraumorganisation ESA: Sophie Adenot, offizielle Astronautenbiografie
▪︎ Französische Raumfahrtagentur CNES: French astronaut Sophie Adenot
▪︎ NASA: NASA’s SpaceX Crew-12 Launches to International Space Station, 13. Februar 2026
▪︎ NASA: Anil Menon, offizielle Astronautenbiografie
▪︎ NASA: NASA Assigns Astronaut Anil Menon to First Space Station Mission, 1. Juli 2025
▪︎ NASA: NASA Sets Coverage for Astronaut Anil Menon Launch to Space Station, 9. Juli 2026