Hera-Daten liefern neue Erklaerung für Deimos glatte Oberflaeche

Eine neue Studie liefert eine mögliche Erklärung für das ungewöhnlich glatte Aussehen des Marsmondes Deimos. Forschende kombinierten Computersimulationen mit Aufnahmen, die die ESA-Raumsonde Hera bei ihrem Vorbeiflug am Mars im März 2025 aufgenommen hatte. Demnach könnte ein schräger Einschlag eines etwa 320 Meter großen Asteroiden die gewaltige Senke am Südpol von Deimos geschaffen und gleichzeitig große Mengen lockeren Materials über den gesamten Mond verteilt haben.

Das zurückgefallene Material könnte ältere Krater teilweise zugedeckt und so die vergleichsweise gleichmäßige Oberfläche von Deimos geformt haben. Die noch erkennbaren alten Strukturen sprechen nach Ansicht der Forschenden zudem dafür, dass der Mond im Inneren sehr porös ist und Stoßwellen vergleichsweise gut dämpft. Die Untersuchung ist die erste wissenschaftliche Veröffentlichung, die Daten von Heras Deimos-Vorbeiflug nutzt.

Weitere Hinweise könnte die japanische Mission MMX liefern. Sie soll Deimos genauer beobachten und zugleich Proben vom zweiten Marsmond Phobos zur Erde bringen. Damit lassen sich künftig auch einige der in der Studie entwickelten Vorstellungen über Aufbau und Oberfläche der Marsmonde überprüfen.

Quellen
▪︎ Nature Astronomy: „Deimos’s shape and geology explained by a subcatastrophic impact“, 18. August 2026
▪︎ Europäische Weltraumorganisation ESA: „Hera’s Mars flyby guided impact study of Deimos moon“, 18. August 2026
▪︎ International Space Science Institute: „Asteroid impact shaped the appearance of Mars’ moon Deimos“, 18. August 2026