Forschende haben eine neue Methode entwickelt, mit der sich die Entstehungsbedingungen energiereicher Elektronen bei Sonneneruptionen genauer untersuchen lassen. Grundlage sind Messungen der Raumsonde Solar Orbiter von einem Ereignis am 9. Oktober 2021. Die als Vorabveröffentlichung vorgestellte Untersuchung wertet aus, wie sich die Energie der ins All geschleuderten Elektronen verteilt.
Dafür entwickelte das Team das Analyseprogramm INSPEX. Die Software kombiniert Messungen verschiedener Instrumente und vergleicht unterschiedliche Modelle miteinander. Bei dem untersuchten Ereignis fanden die Forschenden Hinweise auf zwei Elektronengruppen, die mit unterschiedlich heißen Regionen der Sonnenatmosphäre verbunden sein könnten. Das Ergebnis ist jedoch noch vorläufig und wurde bislang nicht abschließend von unabhängigen Fachleuten geprüft.
Die Methode könnte künftig helfen, besser zu verstehen, wo und unter welchen Bedingungen Elektronen bei Sonneneruptionen beschleunigt werden. Als Nächstes soll INSPEX auf weitere Ereignisse und Messreihen angewendet werden. Dadurch könnten sich Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen verschiedenen Sonneneruptionen genauer erkennen lassen.
Quellen
▪︎ arXiv: „A new methodology for inferring the plasma conditions in solar flare energetic electron source regions from in situ electron energy spectra“
▪︎ Zenodo: „SamuelCarter42/INSPEX: INSPEX for Carter et al 2026“
