Solar Orbiter entdeckt Teilchensortierung im Sonnenwind

Messungen der Raumsonde Solar Orbiter zeigen, dass sich an einer wichtigen magnetischen Grenzfläche im Sonnenwind nicht nur die Richtung des Magnetfeldes ändert. Forschende des Southwest Research Institute fanden dort auch deutliche Unterschiede in der Zusammensetzung der geladenen Teilchen. Die Ergebnisse wurden am 31. August 2026 im Astrophysical Journal veröffentlicht.

Untersucht wurde die sogenannte heliosphärische Stromschicht. Sie trennt Bereiche, in denen das Magnetfeld der Sonne in entgegengesetzte Richtungen weist. Solar Orbiter durchquerte diese Grenzregion in nur rund 0,3 Astronomischen Einheiten Abstand zur Sonne. Dabei zeigte sich, dass sich das Verhältnis bestimmter Ionen gleichzeitig mit dem Wechsel der magnetischen Polarität verändert. Die Stromschicht ist damit offenbar nicht lediglich eine magnetische Grenze, sondern steht auch mit Prozessen in der Sonnenkorona in Verbindung, die Teilchen unterschiedlich in den Sonnenwind einspeisen.

Die Beobachtungen liefern neue Vorgaben für Modelle zur Entstehung und Erwärmung des Sonnenwinds. Weitere Messungen sollen zeigen, ob die festgestellte Teilchensortierung auch bei anderen Durchquerungen der Stromschicht auftritt.

Quellen
▪︎ Southwest Research Institute: „SwRI study helps unravel how the Sun’s corona transforms into solar wind“, 31. August 2026
▪︎ The Astrophysical Journal: „Resolving Compositional Features of Solar Wind Source Regions near the Heliospheric Current Sheet at 0.3 au“, 31. August 2026