Schwerelosigkeit bezeichnet einen Zustand, in dem Menschen und Gegenstände kein Gewicht zu spüren scheinen und frei schweben. Die Schwerkraft ist dabei jedoch nicht verschwunden. Auch auf der Internationalen Raumstation wirkt die Anziehungskraft der Erde noch stark.
Die Raumstation, ihre Besatzung und alle Gegenstände an Bord befinden sich gemeinsam im freien Fall. Gleichzeitig bewegt sich die Station so schnell seitwärts, dass sie ständig an der gekrümmten Erdoberfläche vorbeifällt. Dadurch bleibt sie auf ihrer Umlaufbahn. Weil alles mit derselben Beschleunigung fällt, entsteht im Inneren das Gefühl der Schwerelosigkeit.
Fachleute sprechen meist von Mikrogravitation. Dieser Begriff ist genauer, weil weiterhin geringe Kräfte wirken. Dazu gehören Luftwiderstand, Bewegungen der Besatzung, Triebwerkszündungen und leichte Schwankungen im Schwerefeld.
Kurze Phasen der Schwerelosigkeit lassen sich auch auf der Erde erzeugen. Bei Parabelflügen folgen Flugzeuge für einige Sekunden einer freien Fallbahn. In Falltürmen werden Versuchskapseln fallen gelassen, sodass darin ebenfalls vorübergehend Mikrogravitation herrscht.
Schwerelosigkeit ermöglicht Experimente, die unter normalen Bedingungen kaum möglich wären. Gleichzeitig verändert sie den menschlichen Körper. Muskeln und Knochen werden weniger belastet, Flüssigkeiten verteilen sich anders und der Gleichgewichtssinn muss sich anpassen. Deshalb sind Bewegung, medizinische Untersuchungen und regelmäßiges Training im All besonders wichtig.
Quellen
▪ NASA: „What Is Microgravity?“, abgerufen am 4. August 2026
▪ European Space Agency: „Falling Upwards: How to Create Microgravity“, abgerufen am 4. August 2026
▪ Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt: „Schwerelosigkeit“, abgerufen am 4. August 2026
