Wie kalt ist es im Weltall

Auf die Frage, wie kalt es im Weltall ist, gibt es keine einzige Temperatur. Der Weltraum besteht größtenteils aus nahezu leerem Raum, in dem nur sehr wenige Teilchen vorhanden sind. Deshalb verhält sich Wärme dort anders als in der Erdatmosphäre.

Weit entfernt von Sternen und anderen Wärmequellen ist die kosmische Hintergrundstrahlung ein wichtiger Maßstab. Sie besitzt heute eine Temperatur von etwa 2,7 Kelvin. Das entspricht ungefähr minus 270 Grad Celsius und liegt nur wenige Grad über dem absoluten Nullpunkt.

Für ein Raumschiff oder einen Astronauten bedeutet das jedoch nicht automatisch, dass alles sofort auf diese Temperatur abkühlt. Im Vakuum gibt es praktisch keine Luft, die Wärme durch Strömung transportieren könnte. Energie wird vor allem durch Strahlung aufgenommen oder abgegeben.

Deshalb können im Weltraum gleichzeitig sehr unterschiedliche Temperaturen auftreten. Eine von der Sonne bestrahlte Seite eines Satelliten kann sich stark erwärmen, während die Schattenseite sehr kalt wird. Raumfahrzeuge benötigen daher aufwendige Isolierungen, Heizungen und Kühlsysteme.

Von einer allgemeinen „Temperatur des Weltalls“ zu sprechen, ist somit eine Vereinfachung. Entscheidend ist immer, welche Strahlungsquellen vorhanden sind und wie ein bestimmtes Objekt Energie aufnimmt und wieder abgibt.

Quellen
▪ Max-Planck-Institut für Radioastronomie: „Kosmische Hintergrundstrahlung“
▪ European Space Agency: „Cool test of Proba-V companion“
▪ Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt: „Weltraumsimulationsanlage (WSA) in Bremen“