Wie schnell eine Rakete fliegt, hängt davon ab, wohin sie unterwegs ist und in welcher Flugphase sie sich befindet. Beim Start ist sie zunächst vergleichsweise langsam und beschleunigt anschließend innerhalb weniger Minuten auf mehrere Kilometer pro Sekunde.
Um ein Raumfahrzeug in eine niedrige Erdumlaufbahn zu bringen, muss es ungefähr 7,8 Kilometer pro Sekundeerreichen. Das entspricht rund 28.000 Kilometern pro Stunde. Mit dieser Geschwindigkeit kann ein Raumfahrzeug die Erde umkreisen, ohne wieder auf die Oberfläche zurückzufallen.
Für Missionen, die das Schwerefeld der Erde vollständig verlassen sollen, ist noch mehr Energie erforderlich. Die sogenannte Fluchtgeschwindigkeit beträgt an der Erdoberfläche theoretisch etwa 11,2 Kilometer pro Sekunde beziehungsweise gut 40.000 Kilometer pro Stunde. Raumfahrzeuge müssen diesen Wert jedoch nicht einfach beim Start auf einmal erreichen. Ihre tatsächlichen Flugbahnen und Geschwindigkeitsänderungen werden über mehrere Antriebsphasen genau geplant.
Bei Reisen zu Mond, Mars oder anderen Zielen verändern sich Geschwindigkeit und Flugrichtung zusätzlich durch die Schwerkraft von Erde, Sonne und anderen Himmelskörpern.
Eine einzige typische „Raketengeschwindigkeit“ gibt es deshalb nicht. Entscheidend ist, welche Bahn ein Raumfahrzeug erreichen soll und wie viel zusätzliche Geschwindigkeit dafür benötigt wird.
Quellen
▪ Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt: „Wie funktionieren Raketen?“
▪ European Space Agency: „Types of orbits“
▪ NASA Goddard Space Flight Center: „Kepler’s 3rd Law–Lesson Plan #31“
