Ein Lander ist ein Raumfahrzeug, das auf der Oberfläche eines anderen Himmelskörpers aufsetzt und dort wissenschaftliche Untersuchungen durchführt. Im Unterschied zu einem Rover ist er normalerweise nicht dafür vorgesehen, größere Strecken zurückzulegen. Seine Instrumente arbeiten überwiegend am Landeplatz.
Lander wurden bereits auf dem Mond, dem Mars, der Venus sowie auf kleineren Himmelskörpern eingesetzt. Je nach Ziel müssen sie sehr unterschiedliche Bedingungen überstehen. Beim Abstieg können Fallschirme, Hitzeschilde, Bremsraketen oder andere technische Systeme zum Einsatz kommen. Nach der Landung benötigt das Raumfahrzeug außerdem eine zuverlässige Energieversorgung und eine Verbindung zur Erde oder zu einem Orbiter.
Die wissenschaftliche Ausstattung richtet sich nach der jeweiligen Mission. Kameras untersuchen die Umgebung, Messgeräte analysieren Atmosphäre und Boden, Seismometer registrieren Erschütterungen. Manche Lander besitzen auch Bohrer oder bewegliche Instrumentenarme.
Bekannte Beispiele sind die Viking-Lander und InSight auf dem Mars sowie Philae, der 2014 auf dem Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko landete. Die Viking-Sonden untersuchten unter anderem Boden und Atmosphäre des Mars. Philae führte trotz einer ungeplanten Landeposition mehrere Messungen auf der Kometenoberfläche durch.
Lander ermöglichen Untersuchungen direkt vor Ort. Ihr Nachteil gegenüber Rovern besteht darin, dass sie wissenschaftlich im Wesentlichen auf die unmittelbare Umgebung ihres Landeplatzes beschränkt bleiben.
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Quellen
▪ NASA Science: „Chapter 9: Spacecraft Classification“
▪ European Space Agency: „The Rosetta lander“
▪ The Planetary Society: „Viking 1 and 2, NASA’s first Mars landers“
