Der Weltraum erscheint schwarz, obwohl es im Universum unzählige Sterne und andere leuchtende Objekte gibt. Ein wichtiger Grund liegt darin, dass sich zwischen ihnen überwiegend extrem wenig Materie befindet.
Auf der Erde sorgt die Atmosphäre dafür, dass Sonnenlicht an Luftmolekülen gestreut wird. Dadurch erscheint der Himmel tagsüber hell und blau. Im nahezu luftleeren Weltraum fehlt eine vergleichbare Atmosphäre. Licht wird deshalb nicht in alle Richtungen verteilt. Sichtbar sind hauptsächlich die Himmelskörper, von denen Licht direkt in unsere Augen oder Kameras gelangt. Dazwischen bleibt der Himmel dunkel.
Doch warum füllen nicht unendlich viele Sterne den gesamten Himmel mit Licht? Diese Frage ist als Olberssches Paradoxon bekannt. In einem unendlich alten, unveränderlichen Universum mit gleichmäßig verteilten Sternen müsste tatsächlich jede Blickrichtung irgendwann auf eine leuchtende Sternoberfläche treffen.
Unser Universum erfüllt diese Voraussetzungen jedoch nicht. Es besitzt ein endliches Alter, und Licht kann sich nur mit endlicher Geschwindigkeit ausbreiten. Außerdem dehnt sich das Universum aus. Dadurch wird Licht sehr weit entfernter Objekte zu längeren Wellenlängen verschoben.
Völlig schwarz ist der Weltraum dennoch nicht. Zwischen den sichtbaren Sternen und Galaxien existiert ein äußerst schwaches Hintergrundlicht aus zahlreichen weit entfernten Quellen.
Quellen
▪ Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation: „Warum ist es nachts dunkel?“
▪ NASA Science: „New Horizons Spacecraft Answers Question: How Dark Is Space?“
▪ European Space Agency: „Teachers Notes Booklet 4: Cosmology“
