Eine dauerhaft dunkle Seite des Mondes gibt es nicht. Der Ausdruck wird häufig für die Mondhälfte verwendet, die von der Erde aus nicht direkt zu sehen ist. Richtiger ist jedoch die Bezeichnung Mondrückseite oder erdabgewandte Seite.
Der Mond benötigt für eine Drehung um seine eigene Achse ungefähr genauso lange wie für einen Umlauf um die Erde. Durch diese gebundene Rotation zeigt er unserem Planeten im Wesentlichen immer dieselbe Seite. Die andere Hälfte bleibt von der Erde aus verborgen.
Das bedeutet jedoch nicht, dass dort niemals die Sonne scheint. Während eines Mondumlaufs werden unterschiedliche Bereiche der Oberfläche beleuchtet. Bei Neumond befindet sich der Mond ungefähr zwischen Erde und Sonne. Dann liegt die uns zugewandte Seite weitgehend im Dunkeln, während die Mondrückseite stark von der Sonne beleuchtet wird.
Auch auf dem Mond wechseln also Tag und Nacht. Ein kompletter Tag-Nacht-Zyklus dauert dort rund 29,5 Erdtage.
Die Rückseite blieb für Menschen lange unbekannt. Erst 1959 lieferte die sowjetische Raumsonde Luna 3 erste Aufnahmen. 1968 sahen die Astronauten von Apollo 8 sie erstmals mit eigenen Augen.
„Dunkle Seite des Mondes“ ist daher eher eine kulturell verbreitete Bezeichnung als eine astronomisch korrekte Beschreibung.
Quellen
▪ Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt: „Hat der Mond eine ‚dunkle Seite‘?“
▪ European Space Agency: „Moon facts – The far side of the Moon“
▪ Royal Museums Greenwich: „How far away is the Moon?“
