Kann man auf dem Mond leben

Ohne technische Hilfsmittel könnten Menschen auf dem Mond nicht überleben. Seine extrem dünne Atmosphäre enthält keinen atembaren Sauerstoff und bietet praktisch keinen Schutz vor der Strahlung aus dem Weltraum.

Hinzu kommen starke Temperaturschwankungen. In sonnenbeschienenen Regionen können die Temperaturen auf mehr als 120 Grad Celsius steigen, während sie in der Mondnacht weit unter minus 100 Grad fallen. Auch Mikrometeoriten und der feine, abrasive Mondstaub stellen Risiken für Menschen und technische Anlagen dar.

Ein dauerhaftes Leben auf dem Mond wäre deshalb nur in geschützten und unter Druck stehenden Habitaten möglich. Sie müssten Sauerstoff, Wasser, Nahrung, Energie und geeignete Temperaturen bereitstellen. Besonders wichtig wäre ein wirksamer Strahlenschutz. Konzepte sehen unter anderem vor, Mondgestein oder Wasser als zusätzliche Abschirmung zu nutzen.

Für zukünftige Stationen ist der Südpol des Mondes besonders interessant. In dauerhaft verschatteten Kratern wurden Vorkommen von Wassereis nachgewiesen. Dieses könnte langfristig als Trinkwasser genutzt und in Sauerstoff und Wasserstoff aufgespalten werden.

Technisch ist eine längerfristige menschliche Präsenz auf dem Mond grundsätzlich vorstellbar. Eine dauerhaft selbstversorgende Mondbasis existiert bislang jedoch nicht. Viele dafür notwendige Systeme befinden sich noch in Entwicklung und Erprobung.

Quellen
▪ Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt: „Mondwasser zum Trinken und für Raketentreibstoff“
▪ European Space Agency: „ESA engineers assess Moon Village habitat“
▪ NASA Science: „Moon Facts“