New Horizons Wo ist die Pluto-Sonde heute

Elf Jahre nach ihrem historischen Vorbeiflug an Pluto ist New Horizons noch immer unterwegs. Die Raumsonde hat den Zwergplaneten längst hinter sich gelassen, 2019 mit Arrokoth ein zweites fernes Ziel besucht und fliegt inzwischen immer tiefer durch die äußeren Regionen des Sonnensystems. Im Juni 2026 wurde sie nach ihrer bislang längsten Ruhephase wieder aufgeweckt. Die Sonde befindet sich nach Angaben der NASA in gutem Zustand und überträgt erneut wissenschaftliche Daten, die sie weit draußen im Kuipergürtel gesammelt hat. Anfang Juli 2026 war New Horizons rund 9,5 Milliarden Kilometer von der Erde entfernt.

Damit ist New Horizons heute längst mehr als die „Pluto-Sonde“. Die spektakuläre Begegnung mit Pluto war zwar der Grund, weshalb die Mission gebaut wurde. Doch ihr Flug endet dort nicht. New Horizons untersucht heute eine Region, aus der viele kleine eisige Körper stammen, die als Überreste aus der Entstehungszeit unseres Sonnensystems gelten.

Wo befindet sich New Horizons heute?

New Horizons befindet sich 2026 weit jenseits der Umlaufbahn des Pluto und bewegt sich weiter nach außen. Ende Juni lag ihre Entfernung zur Erde bei ungefähr 9,5 Milliarden Kilometern.

Das entspricht mehr als dem 60-Fachen der durchschnittlichen Entfernung zwischen Erde und Sonne. Trotzdem ist New Horizons noch erheblich näher als die beiden Voyager-Sonden. Voyager 1 ist inzwischen mehr als 25 Milliarden Kilometer von der Erde entfernt.

New Horizons legt pro Jahr ungefähr 480 Millionen Kilometer zurück. Die Sonde bewegt sich auf einer Bahn, die sie dauerhaft weiter aus dem äußeren Sonnensystem hinausführt.

Wie bei allen weit entfernten Raumfahrzeugen verändert sich die genaue Entfernung ständig. Die Erde bewegt sich um die Sonne, während New Horizons auf ihrer eigenen Bahn weiter nach außen fliegt. Eine einzelne Kilometerangabe kann deshalb immer nur den Zustand zu einem bestimmten Zeitpunkt wiedergeben.

Wichtiger als die exakte Zahl ist der Ort: New Horizons befindet sich heute im Kuipergürtel beziehungsweise in dessen äußerer Region.

Ist New Horizons noch aktiv?

Ja. New Horizons ist im August 2026 weiterhin eine aktive NASA-Mission.

Am 24. Juni 2026 wurde die Raumsonde aus ihrer bislang längsten Ruhephase geweckt. Fast ein Jahr lang hatte sie sich im sogenannten Hibernation-Modus befunden. Dabei werden viele Systeme abgeschaltet oder auf einen sehr energiesparenden Betrieb reduziert, während die Sonde ihre grundlegenden Funktionen selbst überwacht.

Nach dem Aufwecken meldete New Horizons einen guten technischen Zustand. Anschließend begannen die Ingenieure mit Tests und der Vorbereitung auf die Übertragung wissenschaftlicher Daten, die während ihres Fluges durch den fernen Kuipergürtel gesammelt worden waren. Gleichzeitig wird 2026 die Software der Bodensysteme modernisiert, damit sich die immer weiter entfernte Sonde auch in den kommenden Jahren zuverlässig betreiben lässt.

Die Mission ist also keineswegs beendet.

Sie hat sich nur grundlegend verändert.

Was macht New Horizons heute?

Pluto und Arrokoth liegen hinter der Raumsonde. Heute untersucht New Horizons vor allem die äußere Umgebung des Sonnensystems.

Dazu gehören Messungen von Teilchen, Staub, Sonnenwind und anderen physikalischen Eigenschaften des Raums weit außerhalb der Planetenbahnen. Außerdem können mit den Kameras der Sonde entfernte Objekte des Kuipergürtels beobachtet werden.

Seit dem Haushaltsjahr 2025 liegt ein stärkerer Schwerpunkt der erweiterten Mission auf heliophysikalischen Untersuchungen. New Horizons befindet sich dafür an einem außergewöhnlichen Ort: Sehr wenige funktionsfähige Raumfahrzeuge haben eine vergleichbare Entfernung von der Sonne erreicht.

Das macht selbst Messungen interessant, die auf den ersten Blick weniger spektakulär erscheinen als ein Vorbeiflug an Pluto.

Von der Erde aus können Wissenschaftler den Kuipergürtel beobachten. New Horizons befindet sich dagegen mitten in dieser Region und kann ihre Umgebung unmittelbar messen.

Ist New Horizons noch im Kuipergürtel?

New Horizons bewegt sich durch die fernen Bereiche des Kuipergürtels.

Der Kuipergürtel ist eine riesige Region jenseits der Umlaufbahn Neptuns. Dort befinden sich Pluto und zahlreiche weitere eisige Körper. Vermutlich gibt es Millionen kleiner Objekte, die als Überreste aus der frühen Entstehungsphase unseres Sonnensystems gelten.

Die Region besitzt keine scharf gezogene äußere Wand. Je weiter man sich von der Sonne entfernt, desto dünner verteilt sind die bekannten Objekte. New Horizons bewegt sich deshalb durch eine Übergangsregion, in der die Zahl klassischer Kuipergürtelobjekte allmählich abnimmt.

Für die Forschung ist dieser Weg besonders wertvoll. Die Sonde kann untersuchen, wie sich Staub und Teilchen verteilen und ob die äußeren Grenzen des Kuipergürtels tatsächlich so aussehen, wie Modelle es vorhergesagt haben.

Warum wurde New Horizons überhaupt zu Pluto geschickt?

Als New Horizons entwickelt wurde, war Pluto noch der einzige damals als Planet bezeichnete Körper des Sonnensystems, der niemals von einer Raumsonde aus der Nähe untersucht worden war.

Mercur, Venus, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun hatten bereits Besuch erhalten.

Pluto blieb ein heller Punkt.

Das lag vor allem an seiner enormen Entfernung. Selbst eine sehr schnelle Raumsonde benötigte viele Jahre, um ihn zu erreichen.

New Horizons startete am 19. Januar 2006 von Cape Canaveral. Die Sonde war beim Verlassen der Erde außergewöhnlich schnell. Trotzdem dauerte ihre Reise bis Pluto rund neuneinhalb Jahre. Am 14. Juli 2015 raste sie schließlich am Zwergplaneten und seinen Monden vorbei.

Es war kein Einschwenken in eine Umlaufbahn.

New Horizons hatte nur wenige Stunden für ihre wichtigsten Nahbeobachtungen.

Warum landete New Horizons nicht auf Pluto?

Eine Landung auf Pluto hätte die Mission erheblich komplizierter gemacht.

New Horizons erreichte den Zwergplaneten mit hoher Geschwindigkeit. Um in eine Umlaufbahn einzuschwenken oder gar zu landen, hätte die Sonde enorm viel Geschwindigkeit abbauen müssen. Dafür wären große Mengen Treibstoff nötig gewesen.

Stattdessen wurde die Mission als schneller Vorbeiflug geplant.

Das klingt zunächst nach einem Nachteil. Tatsächlich erlaubte diese Strategie, Pluto mit einem vergleichsweise kleinen Raumfahrzeug innerhalb eines realistischen Zeitraums zu erreichen.

Während der Annäherung und des Vorbeiflugs arbeiteten die Instrumente nach einem genau programmierten Beobachtungsplan. Daten wurden zunächst an Bord gespeichert, weil die Sonde während der intensivsten Phase nicht gleichzeitig jede Aufnahme sofort zur Erde übertragen konnte.

Der wissenschaftliche Schatz wurde anschließend über viele Monate zur Erde gefunkt.

Was hat New Horizons auf Pluto entdeckt?

Vor New Horizons war Pluto selbst auf den besten Aufnahmen kaum mehr als eine verschwommene Scheibe.

Der Vorbeiflug veränderte dieses Bild vollständig.

Pluto erwies sich als geologisch erstaunlich vielfältige Welt. Besonders auffällig ist die große herzförmige Region Tombaugh Regio. Ihr westlicher Teil, Sputnik Planitia, besteht aus einer gewaltigen Ebene aus Stickstoffeis.

Die Oberfläche zeigte Berge aus Wassereis, ausgedehnte Ebenen, Gletscherstrukturen und Hinweise auf überraschend junge geologische Prozesse.

Damit war eine Erwartung widerlegt worden: Ein kleiner, extrem weit von der Sonne entfernter Körper musste keineswegs seit Milliarden Jahren geologisch völlig tot sein.

New Horizons untersuchte außerdem die dünne Atmosphäre Plutos. Sie besteht überwiegend aus Stickstoff und bildet mehrere Dunstschichten, die sich weit über die Oberfläche erstrecken.

Auch Plutos größter Mond Charon erwies sich als überraschend komplex. Riesige Schluchten und unterschiedliche Landschaften deuteten auf eine bewegte geologische Vergangenheit hin.

Der Vorbeiflug machte aus einem Lichtpunkt eine Welt.

Warum ist Pluto heute kein Planet mehr?

Als New Horizons im Januar 2006 startete, wurde Pluto offiziell noch als neunter Planet des Sonnensystems bezeichnet.

Nur wenige Monate später änderte sich das.

Im August 2006 beschloss die Internationale Astronomische Union eine neue Definition des Begriffs Planet. Danach muss ein Planet nicht nur die Sonne umkreisen und durch seine eigene Schwerkraft annähernd rund geworden sein. Er muss außerdem die Umgebung seiner Umlaufbahn dynamisch dominieren beziehungsweise weitgehend von vergleichbaren Körpern freigeräumt haben.

Pluto erfüllt dieses dritte Kriterium nicht.

Seitdem wird er als Zwergplanet klassifiziert.

Für New Horizons änderte das praktisch nichts. Die Sonde flog weiter zu ihrem Ziel. Wissenschaftlich wurde Pluto durch die neue Einordnung nicht weniger interessant – im Gegenteil. Die Entdeckung zahlreicher kleiner Welten jenseits Neptuns zeigte, dass Pluto zu einer ganzen Population von Körpern gehört.

New Horizons wurde damit von einer Mission zum letzten unerforschten klassischen Planeten gleichzeitig zur ersten Mission in eine weitgehend unbekannte dritte Zone des Sonnensystems.

Was ist Arrokoth?

Nach dem Vorbeiflug an Pluto war noch genügend Treibstoff vorhanden, um New Horizons zu einem weiteren Ziel zu lenken.

Dieses Ziel hieß zunächst 2014 MU69 und wurde vorübergehend Ultima Thule genannt. Seit 2019 trägt das Objekt offiziell den Namen Arrokoth.

Am 1. Januar 2019 flog New Horizons daran vorbei.

Arrokoth befand sich damals mehr als sechs Milliarden Kilometer von der Sonne entfernt und wurde zum fernsten Himmelskörper, der jemals von einer Raumsonde aus unmittelbarer Nähe untersucht wurde.

Die Bilder zeigten einen außergewöhnlichen Körper.

Arrokoth besteht aus zwei miteinander verbundenen Teilen. Seine Form erinnert je nach Blickwinkel an einen sehr flachen Schneemann oder zwei zusammengefügte Scheiben.

Die Struktur lieferte wichtige Hinweise darauf, wie sich kleine Körper im frühen Sonnensystem gebildet haben könnten.

Wie ist Arrokoth entstanden?

Die Untersuchung von Arrokoth gehört zu den wissenschaftlich wichtigsten Ergebnissen der erweiterten New-Horizons-Mission.

Die beiden Teile des Körpers scheinen nicht durch eine gewaltsame Kollision mit hoher Geschwindigkeit zusammengefügt worden zu sein. Vielmehr sprechen die Form, Oberfläche und Struktur dafür, dass sich zwei ursprünglich getrennte Objekte vergleichsweise langsam annäherten und miteinander verbunden wurden.

Das ist wichtig, weil es eine grundlegende Frage zur Entstehung von Planeten berührt.

Am Anfang des Sonnensystems befanden sich unzählige kleine Staub-, Eis- und Gesteinskörper in einer Scheibe um die junge Sonne. Aus diesen Bausteinen entstanden nach und nach größere Objekte.

Arrokoth könnte einen vergleichsweise gut erhaltenen Überrest dieses frühen Prozesses darstellen.

Während größere Planeten seit Milliarden Jahren durch Einschläge, Erwärmung, Vulkanismus und andere Prozesse verändert wurden, blieb ein kleiner Körper im kalten Kuipergürtel möglicherweise wesentlich ursprünglicher.

Damit wurde ein Objekt von wenigen Dutzend Kilometern Größe zu einem Fenster in eine Zeit vor mehr als vier Milliarden Jahren.

Fliegt New Horizons noch zu einem weiteren Objekt?

Bislang gibt es kein bestätigtes zweites Arrokoth.

Das Missionsteam hat nach weiteren Kuipergürtelobjekten gesucht, die nahe genug an der Flugbahn liegen, um einen Vorbeiflug mit dem verbliebenen Treibstoff zu ermöglichen. Das ist schwieriger, als es klingt.

New Horizons kann ihre Flugbahn nur begrenzt verändern. Ein mögliches neues Ziel muss daher zufällig relativ nahe an der ohnehin eingeschlagenen Route liegen.

Außerdem sind kleine Kuipergürtelobjekte extrem lichtschwach und aus großer Entfernung schwierig zu entdecken.

Die NASA hat die Mission dennoch so organisiert, dass ein geeigneter weiterer Vorbeiflug grundsätzlich möglich bleiben könnte, falls ein erreichbares Objekt entdeckt wird. Ein solches Ziel ist 2026 jedoch nicht bestätigt. Die gegenwärtige Mission konzentriert sich deshalb auf heliophysikalische Messungen und Beobachtungen des äußeren Sonnensystems.

New Horizons ist also weiterhin auf Entdeckungsreise – aber nicht auf Kurs zu einem bereits festgelegten nächsten Pluto oder Arrokoth.

Kann New Horizons noch Fotos machen?

Ja.

Anders als bei Voyager 1 und Voyager 2 wurden die Kameras von New Horizons nicht dauerhaft abgeschaltet.

Die Sonde verfügt unter anderem über die leistungsfähige Long Range Reconnaissance Imager, kurz LORRI. Sie wurde für hochauflösende Fernbeobachtungen entwickelt und lieferte einige der bekanntesten Bilder von Pluto und Arrokoth.

Heute kann New Horizons damit entfernte Objekte des Kuipergürtels beobachten. Die Bilder sind allerdings nicht mit den spektakulären Nahaufnahmen von 2015 oder 2019 vergleichbar, weil sich kein großer Himmelskörper unmittelbar vor der Sonde befindet.

Daneben besitzt New Horizons weitere wissenschaftliche Instrumente, mit denen Oberflächen, Teilchen, Staub und die Weltraumumgebung untersucht werden können.

Die Sonde ist damit trotz ihres Alters weiterhin ein vollwertiges wissenschaftliches Observatorium im äußeren Sonnensystem.

Warum war New Horizons fast ein Jahr im Schlafmodus?

Raumsonden werden nicht zwangsläufig ständig mit allen Systemen betrieben.

New Horizons besitzt einen speziellen Hibernation-Modus. Dabei werden viele Funktionen heruntergefahren, um Betrieb, Energieverbrauch und Arbeitsaufwand am Boden zu reduzieren. Ein kleiner Teil der Elektronik überwacht währenddessen den Zustand der Sonde.

Die längste dieser Ruhephasen begann im August 2025 und dauerte bis zum 24. Juni 2026.

Während dieser Zeit war New Horizons allerdings nicht völlig wissenschaftlich untätig. Bestimmte Messungen konnten weiterlaufen und gespeichert werden.

Nach dem Aufwachen begann die Sonde, diese Daten zur Erde zu übertragen.

Der Schlafmodus ist deshalb kein Zeichen dafür, dass New Horizons aufgegeben worden wäre. Er gehört inzwischen zu einer Betriebsstrategie, mit der eine sehr weit entfernte und langfristig angelegte Mission möglichst effizient geführt werden kann.

Wie lange braucht ein Signal von New Horizons zur Erde?

Bei einer Entfernung von ungefähr 9,5 Milliarden Kilometern ist selbst Licht viele Stunden unterwegs.

Ein Funksignal benötigt 2026 ungefähr neun Stunden für den einfachen Weg zwischen New Horizons und Erde. Für einen vollständigen Austausch – Befehl hinaus, Reaktion zurück – vergeht damit mindestens ein großer Teil eines Tages.

Diese Verzögerung wird mit zunehmender Entfernung weiter wachsen.

Direkte Steuerung wie bei einem ferngesteuerten Fahrzeug ist deshalb unmöglich. New Horizons muss viele Abläufe selbstständig ausführen. Befehlsfolgen werden vorbereitet, übertragen und anschließend von der Bordelektronik abgearbeitet.

Genau aus diesem Grund wurde 2026 auch eine aktualisierte Autonomie-Logik eingesetzt. Sie berücksichtigt die größere Entfernung von der Sonne, die abnehmende verfügbare Energie und die zunehmende Laufzeit der Funksignale.

Je weiter New Horizons hinausfliegt, desto eigenständiger muss die Sonde mit ungewöhnlichen Situationen umgehen können.

Woher bekommt New Horizons seine Energie?

New Horizons besitzt keine Solarzellen.

In der Umgebung von Pluto und weit darüber hinaus ist das Sonnenlicht zu schwach, um eine kompakte Sonde mit normalen Solarpaneelen zuverlässig zu betreiben.

Stattdessen verwendet New Horizons einen Radioisotopengenerator. Dabei entsteht durch den natürlichen Zerfall von Plutonium-238 Wärme, die in elektrische Energie umgewandelt wird.

Das ist dasselbe grundlegende Prinzip, das auch bei anderen Missionen in die äußeren Bereiche des Sonnensystems eingesetzt wurde.

Der Vorteil liegt in der Unabhängigkeit vom Sonnenlicht.

Der Nachteil: Die elektrische Leistung nimmt langsam ab.

Für eine jahrzehntelange Mission bedeutet das, dass Instrumente, Heizungen und andere Systeme zunehmend sorgfältig geplant werden müssen. New Horizons besitzt zwar noch genügend Energie für den wissenschaftlichen Betrieb, doch irgendwann wird auch diese Mission mit immer weniger verfügbarer Leistung auskommen müssen.

Wird New Horizons den interstellaren Raum erreichen?

Ja – wenn auch nicht in naher Zukunft.

New Horizons befindet sich auf einer Flugbahn, die sie dauerhaft von der Sonne wegführt. Sie gehört damit zusammen mit Pioneer 10, Pioneer 11, Voyager 1 und Voyager 2 zu den wenigen Raumfahrzeugen auf einer interstellaren Bahn.

Allerdings hat New Horizons die Heliopause noch nicht überschritten.

Voyager 1 erreichte diese Grenze 2012, Voyager 2 im Jahr 2018. Beide befinden sich heute im interstellaren Raum.

New Horizons ist jünger und wesentlich weniger weit von der Sonne entfernt. Irgendwann wird auch sie die Grenze der Heliosphäre erreichen, sofern ihre Bahn und die tatsächliche Form dieser Grenze dies entsprechend ergeben.

Ob die Sonde zu diesem Zeitpunkt noch wissenschaftlich arbeiten und Daten zur Erde senden kann, ist eine andere Frage.

Wie lange wird New Horizons noch funktionieren?

Ein genaues Enddatum gibt es nicht.

Die Sonde befindet sich nach dem Aufwecken im Juni 2026 in gutem Zustand. Gleichzeitig altert ihre Technik, und die Leistung ihres Radioisotopengenerators nimmt langsam ab.

New Horizons wurde bereits 2006 gestartet. Damit hat die Mission ihr zwanzigstes Jahr überschritten.

Wie bei Voyager zeigt sich aber auch hier, dass Raumsonden ihre ursprüngliche Einsatzzeit erheblich übertreffen können, wenn ihre Systeme robust bleiben und Ingenieure den Betrieb immer wieder anpassen.

Dabei dürfte New Horizons langfristig ähnlich vorgehen wie andere sehr alte Raumsonden: Systeme werden nur noch dann betrieben, wenn sie tatsächlich benötigt werden. Wissenschaftliche Programme werden an die verfügbare Energie angepasst. Ruhephasen können länger werden.

Das Ziel lautet nicht mehr, möglichst viele Geräte gleichzeitig einzuschalten.

Es lautet, die einzigartige Position der Sonde möglichst lange wissenschaftlich zu nutzen.

Ist New Horizons schneller als Voyager?

New Horizons erlangte beim Start einen spektakulären Ruf als extrem schnelle Raumsonde.

Sie verließ die Erde mit einer höheren Startgeschwindigkeit als jedes zuvor gestartete Raumfahrzeug. Das bedeutet jedoch nicht, dass sie heute die schnellste oder am weitesten entfernte Sonde ist.

Voyager 1 bewegt sich relativ zur Sonne schneller nach außen und hat einen Vorsprung von fast drei Jahrzehnten.

New Horizons wird Voyager 1 deshalb nicht einfach einholen.

Die hohe Startgeschwindigkeit war vor allem entscheidend, um Pluto innerhalb von etwa neuneinhalb Jahren erreichen zu können. Zusätzlich nutzte New Horizons 2007 die Schwerkraft Jupiters für ein Swing-by-Manöver, das die Sonde weiter beschleunigte und ihre Flugbahn in Richtung Pluto veränderte.

Geschwindigkeit allein entscheidet bei interplanetaren Missionen ohnehin nicht über den Erfolg.

Entscheidend ist, zur richtigen Zeit mit der richtigen Geschwindigkeit am richtigen Ort anzukommen.

Warum ist New Horizons heute noch wichtig?

New Horizons befindet sich dort, wo kaum ein funktionierendes wissenschaftliches Instrument der Menschheit messen kann.

Der Kuipergürtel ist nicht nur eine Ansammlung ferner Eisbrocken. Er enthält Material, das seit der Entstehung des Sonnensystems vergleichsweise wenig verändert worden sein könnte.

Pluto zeigte, dass kleine Welten im äußeren Sonnensystem geologisch überraschend komplex sein können.

Arrokoth lieferte Hinweise darauf, wie die ersten Bausteine größerer Welten zusammenfanden.

Und die heutige Reise ermöglicht Messungen darüber, wie sich Sonnenwind, Staub und Teilchen weit draußen im Sonnensystem verhalten.

New Horizons verbindet damit drei unterschiedliche Forschungsaufgaben in einer einzigen Mission: Planetenerkundung, Erforschung der Entstehungsgeschichte unseres Sonnensystems und Untersuchung seiner äußersten Umgebung.

New Horizons ist längst mehr als eine Pluto-Sonde

Am 14. Juli 2015 war New Horizons für einige Stunden das Auge der Menschheit bei Pluto.

Zum ersten Mal wurden Berge, Eisflächen, Dunstschichten und die überraschend vielfältige Landschaft dieser fernen Welt aus unmittelbarer Nähe sichtbar. Danach hätte die Mission als einer der großen Erfolge der Planetenforschung enden können.

Doch die Sonde flog weiter.

2019 erreichte sie Arrokoth und führte den fernsten nahen Vorbeiflug an einem Himmelskörper durch, den ein Raumfahrzeug bislang geschafft hat. 2026 befindet sich New Horizons rund 9,5 Milliarden Kilometer von der Erde entfernt und sendet erneut wissenschaftliche Daten aus den äußeren Regionen des Sonnensystems.

Ein weiteres großes Vorbeiflugziel ist derzeit nicht bestätigt. Trotzdem ist die Reise wissenschaftlich nicht vorbei.

Jeder Kilometer führt New Horizons in eine Region, die wir nur aus großer Entfernung beobachten können. Und irgendwann wird auch diese Sonde so weit draußen sein, dass sie sich der Grenze zwischen dem Einfluss unserer Sonne und dem Raum zwischen den Sternen nähert.

Pluto war das große Ziel.

Heute ist der Weg selbst zur Mission geworden.

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Quellen
▪︎ NASA Science – New Horizons Mission
▪︎ NASA Science – New Horizons Spacecraft Wakes from Hibernation in Good Health, Juli 2026
▪︎ NASA Science – New Horizons Extended Mission und Missionsberichte
▪︎ NASA – New Horizons to Continue Exploring Outer Solar System
▪︎ NASA Science – Pluto und seine Erforschung durch New Horizons
▪︎ NASA Science – Kuiper Belt
▪︎ NASA Science – Arrokoth
▪︎ NASA – New Horizons und die Entstehung von Arrokoth
▪︎ Johns Hopkins University Applied Physics Laboratory – New Horizons Mission
▪︎ Southwest Research Institute – New Horizons Science Mission

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