Ein in Afrika entwickeltes Radioexperiment soll 2029 mit der chinesischen Mondmission Chang’e 8 zum Südpol des Mondes fliegen. Das Projekt Africa2Moon umfasst drei kugelförmige Messgeräte, die nach der Landung in einiger Entfernung voneinander auf der Oberfläche verteilt werden. Gemeinsam sollen sie ein kleines Radioteleskop bilden.
Die Instrumente tragen den Namen Bounced African Low Lunar Spheres, kurz BALLS. Sie sollen Radiowellen mit Frequenzen unterhalb von 20 Megahertz auffangen. Solche Signale aus weit entfernten Regionen des Universums lassen sich von der Erde aus wegen der Atmosphäre und zahlreicher Funkstörungen kaum untersuchen.
An Entwicklung und Bau sind unter anderem südafrikanische Hochschulen, Forschungseinrichtungen und die South African National Space Agency beteiligt. Erste Modelle wurden im April 2026 zusammengebaut und sollen nun für die Integration in Chang’e 8 geprüft werden. Das Experiment dient zugleich als Vorstufe für ein größeres Vorhaben mit 55 Antennen auf der Mondrückseite, jeweils einer für jeden afrikanischen Staat.
Quellen
▪ Universität Stellenbosch: „Reaching for the moon“, 18. Juni 2026
▪ Space.com: „China set to launch Africa’s first lunar science mission in 2029“, 28. Juli 2026
