Japan Airlines Flug 1628 Was sah die Besatzung über Alaska

Am 17. November 1986 flog eine Boeing 747 von Japan Airlines durch den dunklen Himmel über Alaska. Es handelte sich nicht um einen Passagierflug, sondern um den Frachtflug JAL 1628. Im Cockpit saßen drei erfahrene Besatzungsmitglieder. Während sich die Maschine in großer Höhe in Richtung Anchorage bewegte, bemerkte Kapitän Kenju Terauchi zunächst ungewöhnliche Lichter. Was als entfernte Erscheinung begann, entwickelte sich zu einer Beobachtung, die mehr als drei Jahrzehnte später noch immer zu den bekanntesten UFO-Zwischenfällen der zivilen Luftfahrt gehört.

Die Besatzung berichtete von mehreren leuchtenden Erscheinungen und schließlich von einem sehr großen dunklen Objekt. Terauchi nahm Kontakt mit der Flugverkehrskontrolle auf, änderte auf deren Anweisung beziehungsweise mit deren Zustimmung Kurs und Flughöhe und führte sogar eine vollständige Kurve aus. Zeitweise erschienen außerdem ungewöhnliche Radarsignale. Die amerikanische Federal Aviation Administration untersuchte den Vorfall ausführlich und bewahrte umfangreiche Unterlagen dazu auf. Genau diese Dokumentation macht JAL 1628 interessant – sie zeigt aber auch, warum zwischen einer außergewöhnlichen Beobachtung und dem Nachweis eines unbekannten Fluggeräts unterschieden werden muss.

Was geschah mit Japan Airlines Flug 1628 am 17. November 1986?

JAL 1628 war eine Boeing 747-Frachtmaschine auf einem internationalen Flug, dessen Route über Alaska führte. Kapitän Kenju Terauchi saß zusammen mit dem Ersten Offizier Takanori Tamefuji und Flugingenieur Yoshio Tsukuba im Cockpit. Am frühen Abend befand sich die Maschine in etwa 35.000 Fuß Höhe über dem Inneren Alaskas.

Terauchi bemerkte zunächst Lichter links beziehungsweise vor dem Flugzeug. Anfangs hielt er sie offenbar für andere Flugzeuge. Nach einiger Zeit erschienen ihm deren Bewegungen jedoch ungewöhnlich. Zwei Lichtquellen schienen sich zeitweise vor der Boeing zu befinden und ihre Position relativ zum Flugzeug zu verändern. Der Kapitän beschrieb später helle, unterschiedlich wirkende Lichtmuster, deren genaue Form sich in der Dunkelheit nur schwer erkennen ließ.

Die beiden anderen Besatzungsmitglieder bestätigten, ebenfalls ungewöhnliche Lichter gesehen zu haben. Allerdings waren ihre späteren Beschreibungen teilweise zurückhaltender als die ausführliche Darstellung Terauchis. Dieser Unterschied ist für die Bewertung des Falls wichtig: Alle drei Männer beobachteten etwas, doch nicht jedes später mit JAL 1628 verbundene Detail wurde von allen drei Besatzungsmitgliedern gleichermaßen bestätigt.

Was meldete Kapitän Kenju Terauchi der Flugsicherung?

Terauchi fragte die Flugverkehrskontrolle in Anchorage, ob sich andere Flugzeuge in seiner Nähe befänden. Die Controller konnten zunächst keinen entsprechenden Verkehr feststellen. Damit begann eine längere Kommunikation zwischen JAL 1628 und dem Anchorage Air Route Traffic Control Center.

Die Besatzung berichtete weiterhin von ungewöhnlichen Lichtern. Während des Zwischenfalls erhielt die Boeing die Erlaubnis, ihre Flughöhe und ihren Kurs zu verändern. Später führte Terauchi eine vollständige 360-Grad-Kurve durch. Er wollte offenbar feststellen, wie sich die Erscheinung bei einem deutlichen Manöver des eigenen Flugzeugs verhalten würde.

Nach seiner Darstellung blieb zumindest die später beobachtete große Erscheinung auch während beziehungsweise nach diesen Manövern in der Umgebung der Boeing. Gerade daraus entstand später die populäre Vorstellung, ein unbekanntes Objekt habe den Jumbojet gezielt verfolgt.

Die zeitgenössischen Funk- und FAA-Unterlagen bestätigen die Kursänderungen und die ungewöhnlichen Meldungen der Besatzung. Sie beweisen jedoch nicht, dass ein physisches Objekt tatsächlich jedes Manöver der Boeing nachvollzog. Diese Schlussfolgerung beruht im Wesentlichen auf der Wahrnehmung der Piloten.

Sah die Besatzung mehrere UFOs?

Der Fall wird häufig so erzählt, als habe die Mannschaft drei klar erkennbare Fluggeräte gesehen. Die tatsächlichen Aussagen sind komplizierter.

Terauchi beschrieb zunächst zwei kleinere Lichtphänomene. Später berichtete er von einer wesentlich größeren Erscheinung, die sich hinter beziehungsweise seitlich der Boeing befunden habe. Besonders diese Beschreibung wurde berühmt. Der Kapitän verglich die wahrgenommene Größe mit einem gewaltigen Fluggerät und verwendete in seinen späteren Darstellungen einen Vergleich mit einem mehrfach größeren Objekt als das eigene Flugzeug.

Solche Größenangaben müssen jedoch vorsichtig behandelt werden. Bei einer nächtlichen Beobachtung ohne bekannten Abstand lässt sich die tatsächliche Größe eines Objekts kaum bestimmen. Ein scheinbar riesiges entferntes Objekt kann in Wirklichkeit wesentlich kleiner und näher sein – oder umgekehrt. Entfernung und Größe sind ohne zusätzliche Messwerte unmittelbar miteinander verbunden.

Terauchis Eindruck eines enormen Objekts ist deshalb Teil seiner Zeugenaussage, aber keine gemessene Dimension.

Wie beschrieb Terauchi das große Objekt?

Der Kapitän schilderte die spätere Erscheinung als sehr groß und dunkel, mit Lichtern beziehungsweise einer beleuchteten Struktur. In seinen Berichten verwendete er Vergleiche, um die ungewöhnliche Form und Dimension verständlich zu machen. Besonders bekannt wurde seine Einschätzung, die Erscheinung sei erheblich größer als ein Flugzeugträger gewesen.

Diese Beschreibung gehört heute zu den spektakulärsten Elementen des Falls. Sie darf jedoch nicht mit einer objektiven Größenmessung verwechselt werden. Terauchi kannte die Entfernung des vermeintlichen Objekts nicht. Ohne diese Entfernung lässt sich aus seinem Blickwinkel keine zuverlässige physische Größe ableiten.

Auch die beiden anderen Cockpitmitglieder beschrieben die Situation nicht in allen Punkten so spektakulär. In ihren späteren Befragungen bestätigten sie die ungewöhnlichen Lichter, konnten die gewaltige Struktur aber nicht mit derselben Sicherheit beschreiben wie der Kapitän.

Damit ist gesichert, dass im Cockpit Lichtphänomene beobachtet wurden. Ob sich dahinter tatsächlich ein riesiger fester Körper befand, bleibt offen.

Wurde das UFO von JAL 1628 auf Radar erfasst?

Die Radarfrage ist einer der wichtigsten und zugleich meist missverstandenen Aspekte des Falls.

Die Boeing verfügte über ein Wetterradar. Terauchi berichtete, darauf zeitweise einen auffälligen Kontakt in der Richtung der beobachteten Erscheinung gesehen zu haben. Ein Wetterradar ist allerdings in erster Linie dafür ausgelegt, Niederschlag und Wetterstrukturen zu erkennen, nicht unbekannte Fluggeräte zuverlässig zu verfolgen.

Auch die Bodenstellen registrierten während des Zwischenfalls zeitweise ungewöhnliche Radarantworten in der Umgebung von JAL 1628. Dadurch entstand früh der Eindruck, die visuellen Beobachtungen seien unabhängig technisch bestätigt worden.

Die spätere Analyse der FAA war zurückhaltender. Die Radarkontakte waren nicht dauerhaft vorhanden und ergaben keine stabile, eindeutig verfolgte Flugbahn eines zweiten Flugobjekts. Bei der technischen Untersuchung wurde auch die Möglichkeit berücksichtigt, dass einige der Signale durch sogenannte geteilte beziehungsweise nicht korrekt zugeordnete Radarantworten der Boeing selbst oder andere Radarartefakte entstanden sein könnten.

Damit unterscheiden sich JAL 1628 und manche vereinfachte Darstellung des Falls erheblich. Es gab auffällige Radaranzeigen. Es existiert aber keine lückenlose Radarspur eines riesigen unbekannten Fluggeräts, das über längere Zeit neben der Boeing flog.

Bestätigte die US Air Force das unbekannte Objekt?

Während des Ereignisses wurden neben den zivilen Radaranlagen auch militärische Stellen einbezogen. Auch dort gab es zeitweise Hinweise auf zusätzliche Radarkontakte in der Umgebung des Japan-Airlines-Flugzeugs.

Diese Kontakte waren allerdings ebenfalls kurzzeitig und nicht stabil genug, um daraus eine eindeutige Flugbahn abzuleiten. Spätere technische Bewertungen hielten zumindest einige der Anzeigen für mögliche Radarartefakte oder Reflexionen beziehungsweise Fehlzuordnungen im Umfeld des stark sichtbaren Transpondersignals der Boeing.

Das ist ein entscheidender Unterschied. Die Aussage, amerikanisches Militär- und Zivilradar habe das UFO unabhängig und dauerhaft verfolgt, wäre zu stark. Richtig ist, dass verschiedene Radarsysteme während des Zwischenfalls zeitweise ungewöhnliche Signale registrierten. Ihre Bedeutung blieb aber unsicher.

Ein sicher identifiziertes zweites Fluggerät wurde durch die Radaraufzeichnungen nicht nachgewiesen.

Sahen andere Flugzeuge das Objekt?

Die Flugverkehrskontrolle versuchte während des Vorfalls, zusätzliche Beobachter einzubeziehen. Ein Flugzeug von United Airlines und später auch eine militärische C-130 befanden sich in einer Position, aus der ihre Besatzungen nach dem vermeintlichen Objekt Ausschau halten konnten.

Die Besatzungen konnten JAL 1628 erkennen, meldeten jedoch keine eindeutige Sichtung des von Terauchi beschriebenen riesigen Objekts.

Dieser Punkt ist für die Bewertung wichtig. Wäre tatsächlich ein extrem großes, helles Fluggerät in unmittelbarer Umgebung der Boeing unterwegs gewesen, wäre eine Bestätigung durch weitere Flugzeuge ein starkes unabhängiges Indiz gewesen. Eine solche eindeutige Bestätigung gelang nicht.

Allerdings erfolgten diese Beobachtungsversuche nicht zwangsläufig zu genau dem Zeitpunkt und aus genau dem Winkel, unter dem Terauchi zuvor die auffälligsten Erscheinungen wahrgenommen hatte. Das Ausbleiben einer Sichtung widerlegt seine Beobachtung deshalb nicht vollständig, schwächt aber die Vorstellung eines dauerhaft sichtbaren gewaltigen Objekts.

Könnte Jupiter die Sichtung von JAL 1628 erklären?

Eine der bekanntesten konventionellen Erklärungen wurde später vom amerikanischen UFO-Skeptiker und Luftfahrtexperten Philip J. Klass vertreten. Er untersuchte unter anderem die astronomischen Bedingungen dieser Nacht und wies darauf hin, dass Jupiter auffällig am Himmel stand. Auch Mars befand sich in einer Position, die bei der Interpretation einzelner Lichtbeobachtungen eine Rolle gespielt haben könnte.

Helle Planeten können nachts erstaunlich leicht für entfernte Flugobjekte gehalten werden. Besonders problematisch ist der sogenannte autokinetische Effekt: Wird ein einzelner Lichtpunkt längere Zeit vor einem dunklen Hintergrund betrachtet, kann er scheinbar seine Position verändern, obwohl er tatsächlich feststeht. Bewegungen des eigenen Flugzeugs verstärken solche Fehleindrücke zusätzlich.

Jupiter könnte daher einen Teil der späteren Beobachtung erklären, insbesondere das entfernt erscheinende helle Objekt.

Für sämtliche beschriebenen Erscheinungen reicht diese Erklärung jedoch nicht ohne Weiteres aus. Die Besatzung meldete zeitweise Lichter, deren Verhalten sie deutlich anders wahrnahm als einen stationären Planeten. Außerdem bleiben die vorübergehenden Radarsignale damit zunächst getrennt zu erklären.

Die Jupiter-Hypothese ist deshalb eine plausible Erklärung für Teile des Geschehens, aber kein zweifelsfreier Beweis für den gesamten Ablauf.

Spielten Wolken und Eiskristalle eine Rolle?

Über Alaska können in großer Höhe dünne Wolkenschichten und Eiskristalle auftreten, die Licht ungewöhnlich streuen und vervielfachen. Sterne, Planeten oder weit entfernte Lichtquellen können dadurch verzerrt erscheinen, sich scheinbar verändern oder zusätzliche Lichtflecken erzeugen.

Solche optischen Effekte wurden ebenfalls als mögliche Erklärung für einzelne Wahrnehmungen diskutiert. Sie könnten insbesondere erklären, warum bekannte astronomische Lichtquellen für die Besatzung ungewöhnlicher erschienen als unter einem vollkommen klaren Himmel.

Allerdings lässt sich die damalige Atmosphäre entlang der gesamten Flugstrecke nicht mehr in einer Genauigkeit rekonstruieren, die eine vollständige optische Simulation der Beobachtung erlauben würde.

Auch hier bleibt deshalb eine plausible Möglichkeit, kein endgültiger Beweis.

Warum ist die Aussage des Kapitäns umstritten?

Kenju Terauchi war ein erfahrener Pilot und verfügte über viele Jahre Flugerfahrung. Das macht seine Beobachtung ernst zu nehmen, bedeutet aber nicht, dass er unter ungewöhnlichen nächtlichen Bedingungen vor Wahrnehmungsfehlern geschützt war.

Nach dem Ereignis äußerte sich Terauchi zunehmend deutlich zu seiner Interpretation. Er war überzeugt, ein außergewöhnliches Flugobjekt gesehen zu haben, und brachte seine Beobachtung mit der Vorstellung unbekannter beziehungsweise außerirdischer Technologie in Verbindung.

Für eine sachliche Untersuchung muss jedoch zwischen dem Beobachteten und seiner Interpretation unterschieden werden. Dass Terauchi etwas sah, ist durch die Aussagen der übrigen Besatzung und die Kommunikation mit der Flugsicherung gut dokumentiert. Dass es sich dabei um ein außerirdisches Raumschiff handelte, war seine persönliche Schlussfolgerung.

Gerade bei einem Fall mit mehreren Zeugen ist deshalb aufschlussreich, dass die Aussagen des Ersten Offiziers und des Flugingenieurs in einigen Punkten weniger weit gingen als die später viel bekannter gewordene Darstellung des Kapitäns.

Was untersuchte die FAA nach dem Flug?

Die Federal Aviation Administration nahm den Zwischenfall ungewöhnlich ernst. Die Besatzungsmitglieder wurden getrennt befragt, Funkverkehr und Radardaten wurden ausgewertet und der zeitliche Ablauf rekonstruiert. Umfangreiche Unterlagen aus dieser Untersuchung befinden sich heute in den National Archives der Vereinigten Staaten.

Dazu gehören Interviews mit den drei Besatzungsmitgliedern, Unterlagen der Flugverkehrskontrolle, Radardaten, rekonstruierte Radarabbildungen, Flugwegkarten und weitere Dokumente. Dass ein historischer UFO-Fall über eine derart umfangreiche amtliche Dokumentation verfügt, gehört zu seinen besonderen Merkmalen.

Die FAA gelangte jedoch nicht zu dem Ergebnis, ein unbekanntes physisches Fluggerät nachgewiesen zu haben. Die Behörde akzeptierte, dass die Besatzung ungewöhnliche Dinge beobachtet hatte, konnte aber anhand der technischen Daten nicht bestätigen, was diese Erscheinungen gewesen waren.

Damit wurde der Fall nicht als Beweis für ein außerirdisches Fahrzeug anerkannt.

Wurden die Unterlagen zu JAL 1628 geheim gehalten?

Um den Fall entstanden später Geschichten über angeblich geheime Treffen und staatliche Stellen, die eine weitere Untersuchung verhindert hätten. Besonders bekannt wurden spätere Aussagen des ehemaligen FAA-Managers John Callahan. Er erklärte Jahre nach dem Ereignis, dass die FAA Informationen zu dem Vorfall bei einem Treffen mit Vertretern anderer amerikanischer Behörden präsentiert habe.

Solche späteren Berichte werden häufig als Hinweis auf eine Geheimhaltung interpretiert. Die gesicherten Unterlagen zeigen jedoch zugleich, dass die FAA eine große Menge des Materials schließlich öffentlich zugänglich machte. Die entsprechenden Akten befinden sich heute sogar offiziell im Bestand der amerikanischen National Archives.

Dass verschiedene Regierungsstellen an einem ungewöhnlichen Zwischenfall im kontrollierten Luftraum interessiert gewesen sein könnten, wäre zudem für sich genommen nicht überraschend. Daraus lässt sich nicht ableiten, dass eine Behörde die Existenz eines außerirdischen Fluggeräts bestätigt hatte.

Behauptungen über weitergehende geheime Erkenntnisse sind daher von der gut dokumentierten FAA-Untersuchung zu trennen.

Gibt es Fotos oder Videoaufnahmen des UFOs?

Von den beobachteten Erscheinungen existieren keine bekannten Fotos oder Filmaufnahmen, auf denen sich ein unbekanntes Fluggerät eindeutig erkennen ließe. Der Fall stützt sich hauptsächlich auf die Aussagen der Cockpitbesatzung, den aufgezeichneten Funkverkehr und die erhaltenen Radarunterlagen.

Das ist eine wesentliche Einschränkung. Gerade Terauchis Beschreibung des riesigen Objekts lässt sich dadurch nicht unabhängig visuell überprüfen.

Die umfangreiche Dokumentation beweist also, dass der Vorfall stattfand und untersucht wurde. Sie liefert aber kein Bild eines riesigen unbekannten Fluggeräts über Alaska.

Ist Japan Airlines Flug 1628 bis heute ungeklärt?

In einem begrenzten Sinn ja. Es lässt sich heute nicht mit Sicherheit feststellen, welche Lichtquellen die drei Besatzungsmitglieder am 17. November 1986 tatsächlich beobachteten.

Mehrere konventionelle Erklärungen sind plausibel. Helle astronomische Objekte wie Jupiter und Mars könnten zumindest Teile der Beobachtung verursacht haben. Atmosphärische Bedingungen könnten deren Erscheinungsbild verändert haben. Die ungewöhnlichen Bodenradarkontakte lassen sich zumindest teilweise durch Radarartefakte erklären.

Gleichzeitig ist eine vollständige Rekonstruktion nach vier Jahrzehnten nicht mehr möglich. Die visuellen Eindrücke der Besatzung können nicht wiederholt werden, und die vorhandenen technischen Daten reichen nicht aus, um für jeden Moment eine eindeutige Ursache festzustellen.

Das bedeutet jedoch nicht, dass ein außerirdisches Fluggerät als wahrscheinlichste Erklärung übrig bleibt. Dafür fehlen entscheidende Belege: Es gibt keine klare Aufnahme, keine stabile unabhängige Radarspur, kein physisches Material und keine Bestätigung des riesigen Objekts durch die zusätzlich herangeführten Flugzeugbesatzungen.

Was sah die Besatzung von JAL 1628 wirklich?

Dass die drei Männer im Cockpit von Japan Airlines Flug 1628 ungewöhnliche Lichter sahen, ist gut dokumentiert. Ebenso steht fest, dass die Besatzung die Flugverkehrskontrolle informierte, dass die Boeing während des Ereignisses Manöver ausführte und dass verschiedene Radarsysteme zeitweise auffällige Signale lieferten. Die FAA untersuchte den Vorgang anschließend ausführlich.

Sehr viel schwieriger ist die Frage, was hinter diesen Beobachtungen stand.

Der spektakulärste Teil der Geschichte – ein gewaltiges unbekanntes Fluggerät, das eine Boeing 747 über Alaska verfolgte – beruht vor allem auf der Wahrnehmung und Interpretation Kapitän Terauchis. Die technischen Daten bestätigen eine solche Maschine nicht eindeutig. Die übrigen Besatzungsmitglieder sahen ungewöhnliche Lichter, beschrieben das Geschehen aber nicht in jedem Punkt genauso wie ihr Kapitän.

Damit bleibt JAL 1628 ein bemerkenswerter UFO-Fall, gerade weil er nicht einfach als erfundene Geschichte abgetan werden kann. Eine erfahrene Flugbesatzung meldete ein reales, für sie ungewöhnliches Erlebnis, und eine Luftfahrtbehörde dokumentierte es ausführlich. Doch zwischen diesem Befund und dem Nachweis eines fremden Fluggeräts bleibt eine große Lücke.

Was an jenem Novemberabend über Alaska zu sehen war, lässt sich heute nicht mehr vollständig bestimmen. Dass dort ein riesiges außerirdisches Raumschiff flog, ist durch die erhaltenen Belege jedoch nicht nachgewiesen.

Quellen
▪︎ Federal Aviation Administration – Untersuchungsunterlagen zu Japan Airlines Flug 1628
▪︎ National Archives and Records Administration – Information Releases Relating to Unidentified Flying Object, 1986, FAA – Japan Airlines Flight 1628
▪︎ Anchorage Air Route Traffic Control Center – Funkverkehr, Radaraufzeichnungen und Betriebsunterlagen zum Zwischenfall
▪︎ Federal Aviation Administration – Befragungen von Kenju Terauchi, Takanori Tamefugi und Yoshio Tsukuba
▪︎ Kenju Terauchi – schriftlicher Bericht über die Beobachtung vom 17. November 1986
▪︎ Philip J. Klass – Untersuchung möglicher astronomischer und technischer Erklärungen des JAL-1628-Falls