Messungen der NASA-Raumsonde Juno haben erstmals gezeigt, wie sich die Temperatur unter der Oberfläche des Jupitermondes Io verändert. Das Mikrowellenradiometer der Sonde erfasste bei zwei nahen Vorbeiflügen Wärme aus Tiefen von wenigen Zentimetern bis zu mehreren Metern. Bereits knapp unter der Oberfläche stieg die Temperatur deutlich stärker an, als es durch Sonnenlicht allein erklärbar wäre.
Io ist der vulkanisch aktivste bekannte Himmelskörper des Sonnensystems. Seine innere Wärme entsteht vor allem, weil die starke Schwerkraft des Jupiter den Mond auf seiner Umlaufbahn fortwährend verformt. Die neuen Messungen sprechen entweder für einen gleichmäßigen Wärmestrom durch die Kruste oder für großflächige, noch abkühlende Lavaschichten unter einer erstarrten Decke.
Die Ergebnisse zeigen außerdem, dass weite Teile Ios ungewöhnlich glatt und offenbar von lockerem, wenig dichtem Material bedeckt sind. Weitere Auswertungen sollen klären, wie die Wärme aus dem Inneren zur Oberfläche gelangt. Die Messmethode könnte künftig auch helfen, vulkanische Vorgänge auf anderen Himmelskörpern und möglicherweise auf der Erde genauer zu untersuchen.
Quellen
- NASA Jet Propulsion Laboratory: „NASA’s Juno Takes Temperature of Jupiter’s Fiery Moon Io“, 22. Juli 2026
- Journal of Geophysical Research: Planets: „Io Sub-Surface Temperature Profile Observed by the Juno Microwave Radiometer“, 22. Juli 2026
