Er ist so groß, dass alle anderen Planeten unseres Sonnensystems zusammen weniger Masse besitzen als er. Seine Atmosphäre wird von gewaltigen Wolkenbändern und Stürmen durchzogen, ein Tag dauert nicht einmal zehn Stunden, und um ihn kreist ein eigenes Gefolge aus mehr als hundert bekannten Monden. Jupiter ist der Gigant des Sonnensystems. Trotzdem besitzt er keinen festen Boden, auf dem ein Raumfahrzeug landen könnte. Wer tief genug in seine Atmosphäre hinabsteigen würde, träfe stattdessen auf immer höheren Druck, immer größere Temperaturen und schließlich Materie in Zuständen, die auf der Erde kaum vorkommen.
Jupiter ist zugleich weit mehr als ein besonders großer Planet. Seine Entstehung hängt eng mit der Frühgeschichte des gesamten Sonnensystems zusammen, seine enorme Schwerkraft beeinflusst bis heute die Bahnen anderer Körper, und einige seiner Monde gehören zu den interessantesten Orten bei der Suche nach lebensfreundlichen Bedingungen außerhalb der Erde. Die Raumsonde Juno hat unser Bild des Gasriesen in den vergangenen Jahren erheblich verändert. Gleichzeitig sind bereits zwei weitere große Missionen unterwegs, die vor allem seine eisigen Monde untersuchen sollen.
Wie groß ist Jupiter?
Jupiter ist mit großem Abstand der größte Planet unseres Sonnensystems. Sein Radius beträgt rund 70.000 Kilometer, sein Durchmesser am Äquator ungefähr 143.000 Kilometer. Damit ist er etwa elfmal so breit wie die Erde. Würde man Jupiter gedanklich aushöhlen, hätten darin mehr als tausend Erdkugeln Platz.
Noch eindrucksvoller ist seine Masse. Jupiter besitzt mehr als doppelt so viel Masse wie alle übrigen Planeten des Sonnensystems zusammen. Trotzdem ist er im Durchschnitt deutlich weniger dicht als die Erde, denn er besteht überwiegend aus den leichten Elementen Wasserstoff und Helium.
Neuere Messungen der NASA-Sonde Juno haben sogar gezeigt, dass die lange verwendeten Werte für seine genaue Form geringfügig korrigiert werden müssen. 2026 veröffentlichten Forscher eine Auswertung von Radio-Okkultationsmessungen, nach der Jupiter am Äquator etwa acht Kilometer schmaler und an den Polen rund 24 Kilometer stärker abgeflacht ist als zuvor angenommen. Für einen Planeten mit fast 143.000 Kilometern Durchmesser sind diese Unterschiede winzig. Sie zeigen aber, wie genau sich Jupiter inzwischen vermessen lässt.
Wie weit ist Jupiter von der Sonne und der Erde entfernt?
Jupiter ist der fünfte Planet von der Sonne. Seine mittlere Entfernung von unserem Stern beträgt rund 778 Millionen Kilometer oder etwa 5,2 Astronomische Einheiten. Das Sonnenlicht benötigt ungefähr 43 Minuten, um ihn zu erreichen. Zur Erde braucht es dagegen nur gut acht Minuten.
Die Entfernung zwischen Erde und Jupiter verändert sich ständig, weil beide Planeten die Sonne auf unterschiedlich großen Bahnen und mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten umkreisen. Deshalb lässt sich für die Entfernung zur Erde kein einzelner fester Wert angeben. Je nach Stellung können mehrere hundert Millionen Kilometer zwischen beiden Welten liegen.
Für einen vollständigen Umlauf um die Sonne benötigt Jupiter knapp zwölf Erdjahre. Wer also auf Jupiter nach irdischen Maßstäben seinen ersten Geburtstag feiern wollte, müsste beinahe zwölf Jahre warten.
Wie lang dauert ein Tag auf Jupiter?
Ausgerechnet der größte Planet besitzt den kürzesten Tag im Sonnensystem. Jupiter benötigt nur ungefähr 9 Stunden und 55 Minuten für eine Drehung um seine eigene Achse. Er rotiert damit mehr als doppelt so schnell wie die Erde.
Diese enorme Rotationsgeschwindigkeit bleibt nicht ohne Folgen. Jupiter ist keine perfekte Kugel. Die Fliehkraft lässt ihn am Äquator deutlich breiter erscheinen als an den Polen. Seine schnelle Rotation beeinflusst außerdem die gewaltigen Strömungen seiner Atmosphäre und trägt zur Ausbildung der charakteristischen Wolkenbänder bei.
Eine Besonderheit besteht darin, dass Jupiter keine feste Oberfläche besitzt, an der sich seine Rotation einfach ablesen ließe. Verschiedene Bereiche seiner Atmosphäre bewegen sich mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten. Für die grundlegende Rotationsperiode lässt sich deshalb unter anderem das Magnetfeld des Planeten heranziehen.
Seine Achse ist nur um ungefähr drei Grad gegenüber seiner Umlaufbahn geneigt. Dadurch sind die jahreszeitlichen Unterschiede auf Jupiter wesentlich geringer als beispielsweise auf der Erde oder dem Mars.
Woraus besteht Jupiter?
Jupiter wird als Gasriese bezeichnet. Seine Zusammensetzung ähnelt in den Grundzügen eher der Sonne als den Gesteinsplaneten Erde, Venus oder Mars. Der größte Teil besteht aus Wasserstoff, gefolgt von Helium. Dazu kommen kleinere Mengen anderer Stoffe.
Die Bezeichnung Gasriese kann allerdings zu einer falschen Vorstellung führen. Jupiter ist nicht einfach eine riesige Kugel aus gewöhnlichem Gas. Je tiefer man in den Planeten eindringt, desto größer werden Druck und Temperatur. Wasserstoff wird zunächst immer dichter und geht schließlich in einen flüssigen Zustand über.
Noch tiefer erreicht der Druck Werte, bei denen Wasserstoff ungewöhnliche Eigenschaften annimmt. Elektronen können sich von den Atomkernen lösen, wodurch sogenannter metallischer Wasserstoff entsteht. Dieses Material kann elektrischen Strom leiten und dürfte eine entscheidende Rolle bei der Erzeugung des gewaltigen Magnetfeldes spielen.
Die Juno-Mission hat zudem die frühere Vorstellung von einem kleinen, klar abgegrenzten festen Kern infrage gestellt. Die Messdaten sprechen eher für einen ausgedehnten Bereich schwererer Elemente, der nicht scharf vom umgebenden Material getrennt ist. Forscher sprechen deshalb teilweise von einem verdünnten oder „diffusen“ Kern.
Hat Jupiter eine feste Oberfläche?
Auf Jupiter könnte niemand auf einem Boden stehen. Es gibt keine feste Oberfläche wie auf Erde oder Mars. Die sichtbaren Wolken markieren lediglich den oberen Bereich einer Atmosphäre, die ohne klare Grenze in immer dichteres Material übergeht.
Ein Raumfahrzeug, das in Jupiter eintauchen würde, würde deshalb nicht irgendwann auf Land treffen. Es geriete vielmehr in Regionen mit stetig steigendem Druck und zunehmender Temperatur. Irgendwann wären die Bedingungen so extrem, dass das Fahrzeug zerquetscht, geschmolzen und schließlich verdampft würde.
1995 wurde genau der Anfang eines solchen Abstiegs tatsächlich durchgeführt. Die Raumsonde Galileo setzte eine Atmosphärensonde aus, die in Jupiter eindrang und während ihres Abstiegs Messwerte übermittelte. Sie hielt den zunehmend extremen Bedingungen nur begrenzte Zeit stand.
Wenn bei Jupiter von einer „Oberfläche“ gesprochen wird, ist deshalb meist eine bestimmte Druckhöhe innerhalb seiner Atmosphäre gemeint und kein fester Untergrund.
Warum hat Jupiter Streifen?
Schon durch kleinere Teleskope lässt sich erkennen, dass Jupiter nicht gleichmäßig gefärbt ist. Helle und dunkle Bänder ziehen sich parallel zu seinem Äquator um den gesamten Planeten. Diese sogenannten Zonen und Gürtel entstehen durch starke atmosphärische Strömungen.
Jupiter rotiert schnell, besitzt keine feste Oberfläche, die seine Winde abbremsen könnte, und transportiert Wärme aus seinem Inneren nach außen. Dadurch entstehen mächtige Jetstreams, die in benachbarten Breiten teilweise in entgegengesetzte Richtungen strömen. Die sichtbaren Wolken bestehen unter anderem aus Ammoniakverbindungen und Wasser.
Die genauen Ursachen der verschiedenen Farben sind noch nicht vollständig verstanden. Stoffe aus tieferen Atmosphärenschichten können nach oben transportiert und dort durch Sonnenlicht chemisch verändert werden. Schwefel- und phosphorhaltige Verbindungen werden als mögliche Bestandteile diskutiert.
Juno hat gezeigt, dass diese Strömungssysteme keineswegs nur eine dünne Wetterschicht an der Oberseite des Planeten bilden. Die charakteristischen Jetstreams reichen ungefähr 3.000 Kilometer tief in Jupiter hinein.
Was ist der Große Rote Fleck?
Der Große Rote Fleck ist das berühmteste Merkmal Jupiters. Hinter dem rötlichen Oval verbirgt sich ein gigantischer Wirbelsturm, der seit Jahrhunderten beobachtet wird. Sichere kontinuierliche Beobachtungen reichen bis ins 19. Jahrhundert zurück; möglicherweise wurde ein ähnlicher Fleck bereits wesentlich früher gesehen.
Der Sturm ist größer als die Erde und dreht sich als sogenannter Antizyklon. Windgeschwindigkeiten von mehreren hundert Kilometern pro Stunde treten in seinem Umfeld auf. Juno konnte zudem untersuchen, wie weit der Wirbel unter die sichtbaren Wolken reicht. Die Ergebnisse zeigen, dass der Große Rote Fleck kein oberflächliches Wetterphänomen ist. Seine Strukturen reichen mehrere hundert Kilometer tief.
Gleichzeitig verändert sich der Sturm. Historische Beobachtungen zeigen, dass der Große Rote Fleck früher wesentlich größer war. Seit Jahrzehnten wird verfolgt, wie seine Ausdehnung abnimmt und sich seine Form verändert. Das bedeutet allerdings nicht zwangsläufig, dass der Sturm unmittelbar vor seinem Verschwinden steht. Wie er sich langfristig entwickeln wird, ist weiterhin offen.
Warum der Große Rote Fleck überhaupt so lange bestehen kann, gehört ebenfalls zu den interessanten Fragen der Atmosphärenforschung. Auf der Erde verlieren Wirbelstürme über Land schnell ihre Energie. Jupiter besitzt dagegen keine feste Oberfläche, die einen solchen Sturm auf dieselbe Weise abbremsen könnte.
Wie kalt ist es auf Jupiter?
Eine einzelne Temperatur für Jupiter anzugeben ist schwierig, weil der Planet keine feste Oberfläche besitzt und sich die Bedingungen mit zunehmender Tiefe dramatisch verändern. In den oberen sichtbaren Wolkenschichten liegen die Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt und können ungefähr minus 145 Grad Celsius erreichen.
Je tiefer man in die Atmosphäre gelangt, desto stärker steigen Druck und Temperatur. Im Inneren wird Jupiter schließlich extrem heiß. In der Nähe seines Zentrums werden Temperaturen von Zehntausenden Grad angenommen.
Jupiter strahlt zudem mehr Energie in den Weltraum ab, als er von der Sonne erhält. Ein Teil dieser Energie stammt aus seiner Entstehungsgeschichte und aus der langsamen gravitativen Verdichtung des Planeten. Jupiter ist also nicht einfach eine kalte Gaskugel, die ausschließlich von der weit entfernten Sonne erwärmt wird.
Könnte Jupiter zu einem Stern werden?
Weil Jupiter überwiegend aus Wasserstoff und Helium besteht, taucht häufig die Frage auf, ob er eigentlich ein verhinderter Stern sei. In seiner Zusammensetzung gibt es tatsächlich Ähnlichkeiten. Der entscheidende Unterschied ist jedoch seine Masse.
Jupiter ist bei Weitem nicht massereich genug, um in seinem Inneren die dauerhafte Wasserstofffusion zu zünden, die einen normalen Stern wie die Sonne antreibt. Dafür wäre ein Objekt mit grob der 75- bis 80-fachen Jupitermasse erforderlich. Selbst für die schwächere Deuteriumfusion, die bei Braunen Zwergen möglich ist, müsste Jupiter ungefähr ein Dutzend Mal massereicher sein.
Jupiter wird deshalb nicht irgendwann plötzlich zu einem zweiten Stern. Seine heutige Masse reicht dafür nicht annähernd aus.
Wie viele Monde hat Jupiter?
Die Zahl der bekannten Jupitermonde hat sich durch neue Entdeckungen immer wieder verändert. Stand März 2026 sind 101 Monde offiziell von der Internationalen Astronomischen Union anerkannt. Neben ihnen bewegen sich zahlreiche weitere kleine Körper im Jupitersystem.
Die vier berühmtesten Monde sind allerdings seit mehr als vier Jahrhunderten bekannt. 1610 beobachtete Galileo Galilei Io, Europa, Ganymed und Kallisto mit einem Teleskop. Die Erkenntnis, dass diese Körper Jupiter umkreisen, wurde zu einem wichtigen Argument gegen die Vorstellung, sämtliche Himmelskörper müssten sich um die Erde bewegen.
Heute wissen wir, dass jeder dieser vier Galileischen Monde eine eigene Welt darstellt. Io ist der vulkanisch aktivste bekannte Himmelskörper des Sonnensystems. Europa besitzt wahrscheinlich unter seiner Eiskruste einen globalen Salzwasserozean. Ganymed ist der größte Mond des Sonnensystems und sogar größer als der Planet Merkur. Kallisto besitzt eine uralte, stark verkraterte Oberfläche und wahrscheinlich ebenfalls einen unterirdischen Ozean.
Jupiter bildet mit seinen Monden damit beinahe ein kleines Planetensystem innerhalb des Sonnensystems.
Kann es auf Jupiter Leben geben?
Jupiter selbst gilt als äußerst unwahrscheinlicher Ort für Leben, wie wir es kennen. Es gibt keine feste Oberfläche, und mit zunehmender Tiefe werden Druck und Temperatur immer extremer. Zwar existieren in bestimmten Höhen der Atmosphäre zeitweise Temperatur- und Druckbedingungen, die weniger lebensfeindlich erscheinen, doch es gibt bislang keinerlei Hinweis auf Leben in den Wolken des Planeten.
Viel interessanter sind einige seiner Monde. Besonders Europa gehört zu den wichtigsten Zielen der modernen Astrobiologie. Unter einer kilometerdicken Eiskruste befindet sich mit hoher Wahrscheinlichkeit ein globaler Ozean aus flüssigem Salzwasser. Dieser könnte mehr Wasser enthalten als sämtliche Ozeane der Erde zusammen.
Flüssiges Wasser allein beweist selbstverständlich kein Leben. Entscheidend ist, ob zusätzlich geeignete chemische Stoffe und nutzbare Energiequellen vorhanden sind. Genau diese Bedingungen sollen zukünftige Missionen genauer untersuchen.
Auch Ganymed und wahrscheinlich Kallisto besitzen Wasserschichten beziehungsweise Ozeane unter ihren Oberflächen. Damit hat sich das Jupitersystem von einem klassischen Ziel der Planetenforschung zu einem der wichtigsten Schauplätze bei der Suche nach potenziell bewohnbaren Umgebungen im Sonnensystem entwickelt.
Hat Jupiter Ringe?
Saturn ist für seine Ringe berühmt, doch auch Jupiter besitzt ein Ringsystem. Es wurde 1979 von Voyager 1 entdeckt. Von der Erde aus sind diese Ringe allerdings wesentlich schwieriger zu erkennen als die hellen Saturnringe.
Jupiters Ringe bestehen überwiegend aus feinen, dunklen Staubpartikeln. Ein Teil dieses Materials dürfte entstehen, wenn kleine Meteoroiden auf innere Jupitermonde treffen und dabei Staub ins All schleudern. Dieser kann anschließend zeitweise in Umlaufbahnen um Jupiter verbleiben.
Das Ringsystem zeigt, dass Ringe keineswegs eine Besonderheit Saturns sind. Alle vier großen äußeren Planeten unseres Sonnensystems besitzen Ringsysteme, auch wenn sie sehr unterschiedlich ausgeprägt sind.
Wie stark ist Jupiters Magnetfeld?
Jupiter besitzt das stärkste planetare Magnetfeld unseres Sonnensystems. Seine Magnetosphäre erstreckt sich über Millionen Kilometer und bildet auf der sonnenabgewandten Seite einen gewaltigen Schweif, der bis in die Entfernung der Saturnbahn reichen kann.
Entscheidend für die Entstehung dieses Magnetfeldes dürfte der metallische Wasserstoff im Inneren sein. Das elektrisch leitende Material bewegt sich durch die schnelle Rotation des Planeten und wirkt ähnlich wie ein gewaltiger Dynamo.
Für Raumsonden ist diese Umgebung gefährlich. Geladene Teilchen werden im Magnetfeld eingefangen und auf hohe Energien beschleunigt. Dadurch entstehen intensive Strahlungsgürtel. Besonders im inneren Jupitersystem müssen Raumfahrzeuge deshalb gegen Strahlenschäden geschützt werden.
Das Magnetfeld erzeugt zugleich gewaltige Polarlichter. Sie gehören zu den energiereichsten Auroren des Sonnensystems und werden nicht nur vom Sonnenwind beeinflusst, sondern auch von Teilchen, die aus dem Jupitersystem selbst stammen.
Schützt Jupiter die Erde vor Asteroiden und Kometen?
Jupiter wird gelegentlich als eine Art kosmischer Schutzschild der Erde dargestellt. Seine enorme Schwerkraft kann tatsächlich die Bahnen von Asteroiden und Kometen verändern. Manche Objekte werden aus dem inneren Sonnensystem herausgeschleudert oder von Jupiter selbst eingefangen.
Das bekannteste Beispiel für einen direkten Einschlag war der Komet Shoemaker-Levy 9, dessen Fragmente 1994 in Jupiter einschlugen und gewaltige dunkle Spuren in seiner Atmosphäre hinterließen.
Die Vorstellung vom einfachen Beschützer ist dennoch zu grob. Jupiters Gravitation kann nicht nur potenziell gefährliche Objekte entfernen, sondern unter bestimmten Umständen auch ihre Bahnen so verändern, dass sie in das innere Sonnensystem gelangen. Computersimulationen zeigen deshalb ein kompliziertes Bild. Jupiter beeinflusst die Einschlagsrate auf der Erde erheblich, aber nicht ausschließlich in einer schützenden Richtung.
Seine Rolle für die langfristige Dynamik des Sonnensystems ist trotzdem kaum zu überschätzen. Kein anderer Planet besitzt genügend Masse, um die Bahnen kleinerer Körper in vergleichbarer Weise zu beeinflussen.
Welche Raumsonden haben Jupiter erforscht?
Die ersten Raumsonden, die Jupiter aus der Nähe erreichten, waren Pioneer 10 und Pioneer 11 in den 1970er-Jahren. Es folgten Voyager 1 und Voyager 2, deren Vorbeiflüge 1979 spektakuläre Bilder lieferten und unter anderem aktiven Vulkanismus auf Io zeigten.
Die Galileo-Sonde erreichte 1995 als erstes Raumfahrzeug eine Umlaufbahn um Jupiter und erforschte den Planeten sowie seine Monde bis 2003. Auch Cassini und New Horizons nutzten Jupiter auf dem Weg zu ihren eigentlichen Zielen für Vorbeiflüge und wissenschaftliche Beobachtungen.
Seit 2016 untersucht Juno den Planeten aus einer stark elliptischen Umlaufbahn. Die Mission vermisst unter anderem Gravitation und Magnetfeld, blickt tief unter die sichtbaren Wolken und untersucht die Polarregionen. Ihre Daten haben das Bild vom inneren Aufbau Jupiters erheblich verändert.
Noch 2026 liefert Juno wissenschaftlich bedeutende Ergebnisse. Im Juli wurden beispielsweise neue Auswertungen von Messungen des Mondes Io vorgestellt, die erstmals Informationen über Temperaturen unter seiner Oberfläche lieferten. Solche Untersuchungen zeigen, dass eine Mission, die ursprünglich vor allem Jupiter erforschen sollte, inzwischen auch entscheidende Beiträge zum Verständnis seiner Monde leistet.
Welche neuen Missionen sind auf dem Weg zu Jupiter?
Zwei große Raumsonden befinden sich bereits auf dem Weg in das Jupitersystem. Die NASA-Mission Europa Clipper startete im Oktober 2024 und soll Jupiter im April 2030 erreichen. Ihr Hauptziel ist der Eismond Europa. Die Sonde soll während zahlreicher naher Vorbeiflüge untersuchen, wie dick seine Eiskruste ist, welche Eigenschaften der darunterliegende Ozean besitzt und ob Europa Bedingungen bietet, unter denen Leben grundsätzlich möglich sein könnte.
Europa Clipper fliegt nicht auf direktem Weg nach Jupiter. Nach einem Vorbeiflug am Mars 2025 soll die Sonde im Dezember 2026 noch einmal an der Erde vorbeifliegen und deren Schwerkraft zur weiteren Beschleunigung nutzen.
Auch die europäische Raumsonde Juice ist unterwegs. Sie startete 2023 und soll Jupiter im Juli 2031 erreichen. Ihr Name steht für Jupiter Icy Moons Explorer. Im Mittelpunkt stehen Ganymed, Kallisto und Europa. Besonders außergewöhnlich ist das spätere Missionsziel: Juice soll schließlich in eine Umlaufbahn um Ganymed eintreten. Damit würde erstmals eine Raumsonde einen Mond eines anderen Planeten dauerhaft umkreisen.
Im September 2026 steht für Juice zunächst ein weiterer Vorbeiflug an der Erde bevor. Ein letzter Erdvorbeiflug ist für 2029 geplant, bevor die Sonde endgültig Kurs auf Jupiter nimmt.
Was wissen wir über Jupiter noch nicht?
Jupiter ist seit Jahrhunderten eines der auffälligsten Objekte am Nachthimmel und wird seit mehr als fünfzig Jahren von Raumsonden aus der Nähe untersucht. Trotzdem sind grundlegende Fragen nicht vollständig beantwortet. Wie genau sieht sein innerster Aufbau aus? Wie entstand der diffuse Kern, auf den Juno-Messungen hindeuten? Wie werden die gewaltigen atmosphärischen Strömungen angetrieben? Warum besteht der Große Rote Fleck seit so langer Zeit, und wie wird er sich weiterentwickeln?
Auch die Entstehungsgeschichte des Planeten ist von großer Bedeutung. Jupiter bildete sich sehr früh in der Geschichte des Sonnensystems. Seine enorme Masse dürfte die Verteilung des verbliebenen Materials und damit möglicherweise auch die Entwicklung der anderen Planeten beeinflusst haben. Wer Jupiter versteht, erfährt deshalb nicht nur etwas über einen einzelnen Gasriesen, sondern über die Entstehung des gesamten Planetensystems.
Vielleicht liegt seine größte Überraschung inzwischen jedoch nicht einmal im Planeten selbst. Als Galileo 1610 vier kleine Lichtpunkte neben Jupiter beobachtete, konnte er nicht wissen, dass einer dieser Monde einen Ozean unter einer Eiskruste verbergen würde und ein anderer von ständig ausbrechenden Vulkanen geprägt ist. Heute sind Europa, Ganymed, Io und Kallisto eigene Forschungswelten geworden.
Jupiter bleibt dennoch ihr Mittelpunkt: ein Planet ohne festen Boden, mit dem kürzesten Tag des Sonnensystems, einem jahrhundertealten Sturm, einem gewaltigen Magnetfeld und inzwischen 101 offiziell anerkannten Monden. Je genauer wir diesen Giganten untersuchen, desto deutlicher wird, dass Jupiter nicht nur der größte Planet unseres Sonnensystems ist. Er ist ein eigenes komplexes System, dessen Erforschung gerade erst in eine neue Phase eintritt.
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Quellen
▪︎ NASA Science – Jupiter Facts, Jupiter und Moons of Jupiter
▪︎ NASA Jet Propulsion Laboratory – Juno Mission und aktuelle Untersuchungen von Jupiter und Io
▪︎ NASA – Europa Clipper Mission und Missionsplanung
▪︎ European Space Agency – Juice, Jupiter Icy Moons Explorer und Missionsverlauf
▪︎ Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt – Jupiter, Galileische Monde und Beteiligung an der Jupitersystem-Forschung
▪︎ International Astronomical Union – anerkannte Satelliten des Jupitersystems
