Ein Forschungsteam der Chinesischen Akademie der Wissenschaften und der Universität Peking hat untersucht, wie der Mond auf Gravitationswellen reagiert. Die Ergebnisse zeigen, dass Unterschiede in der Dicke seiner Kruste bestimmte Signale deutlich verstärken könnten. Gravitationswellen sind winzige Verzerrungen der Raumzeit, die etwa bei der Verschmelzung Schwarzer Löcher entstehen.
Für die Berechnungen verwendeten die Forschenden ein besonders detailliertes Modell, das Berge, Krater und den ungleichmäßigen inneren Aufbau des Mondes berücksichtigt. In Regionen mit dicker Kruste könnten Signale um 10 bis 20 Prozent stärker ausfallen. Bei einzelnen Frequenzen ergaben die Simulationen sogar eine bis zu zehnfache Verstärkung.
Der Mond könnte damit als natürlicher Resonanzkörper für Gravitationswellen dienen, die heutige Observatorien nur schwer erfassen können. Die Ergebnisse helfen bei der Auswahl geeigneter Standorte für künftige Messgeräte. Daten eines für die chinesische Mission Chang’e 7 vorgesehenen Mondseismometers sollen das Modell weiter verbessern, auch wenn dieses Instrument selbst noch keine Gravitationswellen nachweisen kann.
Quellen
▪ Physical Review Letters: „Thick Lunar Crust Amplifies Deci-Hertz Gravitational-Wave Signals“, 2026
▪ Phys.org: „Moon’s thick crust could amplify elusive gravitational-wave signals“, 5. August 2026
