Was ist hinter einem schwarzen Loch

Bei einem Schwarzen Loch gibt es kein „Dahinter“ im gewöhnlichen räumlichen Sinn. Entscheidend ist vielmehr, was sich innerhalb seiner Grenze befindet. Diese Grenze wird Ereignishorizont genannt.

Sobald Materie oder Licht den Ereignishorizont überschritten haben, können sie nach der Allgemeinen Relativitätstheorie nicht mehr nach außen gelangen. Deshalb können wir nicht direkt beobachten, was im Inneren eines Schwarzen Lochs geschieht. Astronomen untersuchen stattdessen seine Umgebung und die Auswirkungen seiner starken Gravitation.

Für ein nicht rotierendes Schwarzes Loch sagt die klassische Relativitätstheorie voraus, dass einfallende Materie schließlich einer Singularität entgegenstrebt. Dort würde die Krümmung der Raumzeit mathematisch extreme Werte erreichen. Solche Unendlichkeiten gelten jedoch als Hinweis darauf, dass die heutige Beschreibung an ihre Grenzen stößt.

Eine vollständige Theorie, die Gravitation und Quantenphysik unter diesen Bedingungen gemeinsam beschreibt, existiert bislang nicht. Deshalb ist unbekannt, was im tiefsten Inneren eines realen Schwarzen Lochs tatsächlich passiert.

Vorstellungen von Wurmlöchern, anderen Universen oder Ausgängen auf der „anderen Seite“ tauchen in theoretischen Modellen und Science-Fiction auf. Einen experimentellen Nachweis dafür gibt es bisher nicht.

Quellen
▪ Max-Planck-Gesellschaft: „Schwarze Löcher“
▪ NASA Science: „Anatomy of a Black Hole“
▪ Event Horizon Telescope: „A black hole by definition does not emit radiation. In fact, it captures everything that falls onto it. So how do you observe something that does not radiate?“