Planetenwissen Die Reihenfolge der Planeten

Wer das Sonnensystem auf einem Schulposter sieht, bekommt meist ein sehr ordentliches Bild präsentiert: In der Mitte steht die Sonne, daneben folgen acht Planeten wie auf einer kosmischen Perlenschnur. Merkur, Venus, Erde, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun. Tatsächlich stimmt diese Reihenfolge, doch das wirkliche Sonnensystem sieht wesentlich weitläufiger und dynamischer aus. Die Planeten stehen niemals ordentlich nebeneinander, ihre Abstände sind gewaltig, ihre Bahnen unterschiedlich groß und zwischen Mars und Jupiter beginnt ein deutlicher Übergang von kleinen Gesteinswelten zu riesigen Gas- und Eisplaneten.

Seit 2006 besteht unser Sonnensystem offiziell aus acht Planeten. Pluto, der jahrzehntelang als neunter Planet geführt wurde, gehört heute zur Kategorie der Zwergplaneten. Damit ist die Reihenfolge von der Sonne aus eindeutig festgelegt. Sie beginnt beim kleinen Merkur, nur rund 58 Millionen Kilometer von der Sonne entfernt, und endet bei Neptun in durchschnittlich fast 4,5 Milliarden Kilometern Entfernung. Zwischen diesen beiden Extremen liegt die Erde an dritter Stelle.

Wie lautet die Reihenfolge der Planeten von der Sonne aus?

Von innen nach außen lautet die Reihenfolge:

Merkur – Venus – Erde – Mars – Jupiter – Saturn – Uranus – Neptun.

Diese Anordnung richtet sich nach der mittleren Entfernung der jeweiligen Umlaufbahn von der Sonne. Merkur ist der sonnennächste Planet, Neptun der am weitesten entfernte der acht offiziell anerkannten Planeten.

Die Erde befindet sich damit keineswegs im Zentrum des Planetensystems, sondern relativ weit innen. Innerhalb ihrer Bahn zieht Venus um die Sonne, noch weiter innen Merkur. Außerhalb der Erdbahn folgen Mars und anschließend die vier großen äußeren Planeten.

Dabei sollte man sich die Planeten nicht wie Körper auf festen Kreisbahnen vorstellen, die ständig in einer geraden Linie hintereinander stehen. Jeder Planet bewegt sich mit seiner eigenen Geschwindigkeit auf einer leicht elliptischen Bahn um die Sonne. Ihre Positionen zueinander verändern sich deshalb fortwährend.

Welcher Planet ist der Sonne am nächsten?

Merkur nimmt den ersten Platz ein. Seine mittlere Entfernung von der Sonne beträgt rund 57,9 Millionen Kilometer. Ein Jahr auf Merkur dauert nur etwa 88 Erdtage. Weil er sich tief im Schwerefeld der Sonne befindet, bewegt er sich auf seiner Umlaufbahn schneller als jeder andere Planet.

Danach folgt Venus in durchschnittlich rund 108 Millionen Kilometern Entfernung. Die Erde erreicht mit knapp 150 Millionen Kilometern den dritten Platz. Diese mittlere Entfernung zwischen Erde und Sonne wird als eine Astronomische Einheit bezeichnet und dient Astronomen als praktische Maßeinheit innerhalb von Planetensystemen.

Mars bildet mit durchschnittlich rund 228 Millionen Kilometern Entfernung den Abschluss der vier inneren Planeten.

Schon innerhalb dieser ersten vier Bahnen wird deutlich, dass die Abstände nicht gleichmäßig sind. Zwischen Merkur und Venus liegen im Mittel ungefähr 50 Millionen Kilometer, zwischen Erde und Mars fast 80 Millionen Kilometer. Weiter außen wachsen die Dimensionen noch erheblich stärker.

Welcher Planet ist am weitesten von der Sonne entfernt?

Neptun ist heute offiziell der äußerste Planet unseres Sonnensystems. Seine durchschnittliche Entfernung zur Sonne beträgt ungefähr 4,5 Milliarden Kilometer oder rund 30 Astronomische Einheiten. Sonnenlicht benötigt etwa vier Stunden, um diese Entfernung zurückzulegen.

Vor Neptun liegt Uranus in durchschnittlich etwa 2,87 Milliarden Kilometern Entfernung. Saturn umkreist die Sonne in rund 1,43 Milliarden Kilometern Abstand, Jupiter in ungefähr 778 Millionen Kilometern.

Die Abstände zwischen den Planeten nehmen im äußeren Sonnensystem also enorm zu. Zwischen Saturn und Uranus liegen im Mittel bereits mehr als eine Milliarde Kilometer. Zwischen Uranus und Neptun sind es noch einmal über 1,6 Milliarden Kilometer.

Darstellungen in Büchern und auf Webseiten können diese Größenverhältnisse deshalb kaum gleichzeitig maßstabsgerecht zeigen. Würde man sowohl die Größen der Planeten als auch ihre Entfernungen korrekt darstellen, wären die Planeten auf einem handlichen Bild nur winzige Punkte, die durch gewaltige leere Räume voneinander getrennt wären.

Warum stehen die Planeten in genau dieser Reihenfolge?

Die heutige Anordnung führt zurück zur Entstehung des Sonnensystems vor rund 4,6 Milliarden Jahren. Die junge Sonne war von einer rotierenden Scheibe aus Gas und Staub umgeben. Aus diesem Material entstanden nach und nach größere Körper und schließlich die Planeten.

In der heißen inneren Region konnten vor allem Materialien bestehen, die hohe Temperaturen vertragen, darunter Metalle und silikatische Gesteine. Deshalb entstanden dort die vier kleinen Gesteinsplaneten Merkur, Venus, Erde und Mars. Weiter außen war es kälter. Dort konnten zusätzlich leichtflüchtige Stoffe und Eis eine wichtige Rolle beim Aufbau größerer planetarer Körper spielen. So entstanden Jupiter und Saturn als Gasriesen sowie Uranus und Neptun als Eisriesen.

Die Reihenfolge ist also nicht zufällig. Sie spiegelt zumindest teilweise die Temperaturverhältnisse und Materialverteilung in der frühen protoplanetaren Scheibe wider. Allerdings verlief die Entstehung keineswegs vollkommen ruhig. Moderne Modelle gehen davon aus, dass sich die großen Planeten während der Frühgeschichte möglicherweise erheblich verschoben und durch ihre Schwerkraft zahlreiche kleinere Körper auf neue Bahnen gebracht haben.

Das Sonnensystem, das wir heute sehen, ist damit das Ergebnis einer langen dynamischen Entwicklung.

Welche Planeten gehören zu den inneren Planeten?

Merkur, Venus, Erde und Mars bilden die Gruppe der inneren beziehungsweise terrestrischen Planeten. Sie besitzen feste Gesteinsoberflächen, vergleichsweise hohe Dichten und sind wesentlich kleiner als die großen Planeten jenseits des Asteroidengürtels.

Zwischen Mars und Jupiter befindet sich der Asteroidengürtel. Dort umkreisen zahlreiche kleinere Körper die Sonne. Einer davon ist Ceres, der heute als Zwergplanet eingestuft wird.

Der Asteroidengürtel bildet keine undurchdringliche Wand aus Gesteinsbrocken. Die einzelnen Objekte sind über einen riesigen Raum verteilt. Raumsonden können diesen Bereich deshalb durchqueren, ohne sich ständig durch ein dichtes Feld aus Asteroiden bewegen zu müssen.

Jenseits des Asteroidengürtels beginnt das Reich der großen äußeren Planeten.

Welche Planeten gehören zu den äußeren Planeten?

Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun bilden die Gruppe der äußeren Planeten. Sie sind wesentlich größer als die Gesteinsplaneten und besitzen keine feste Oberfläche, auf der ein Raumfahrzeug wie auf Mars oder Venus landen könnte.

Jupiter und Saturn werden als Gasriesen bezeichnet. Beide bestehen überwiegend aus Wasserstoff und Helium. Uranus und Neptun gehören dagegen zu den Eisriesen. In ihrem Inneren spielen Stoffe wie Wasser, Ammoniak und Methan einen wesentlich größeren Anteil als bei Jupiter und Saturn.

Jupiter markiert dabei einen gewaltigen Sprung in der Größenordnung. Sein Äquatorradius beträgt knapp 70.000 Kilometer, während Mars unmittelbar davor nur rund 3.390 Kilometer Radius besitzt. Der Übergang vom inneren zum äußeren Sonnensystem ist deshalb nicht bloß eine Frage zunehmender Entfernung, sondern auch ein Wechsel zwischen völlig unterschiedlichen Arten von Planeten.

Wo befindet sich Pluto in der Reihenfolge?

Pluto befindet sich jenseits der Neptunbahn im Kuipergürtel. Bis 2006 wurde er traditionell als neunter Planet geführt. Seit einer Entscheidung der Internationalen Astronomischen Union gehört er jedoch offiziell zur Kategorie der Zwergplaneten.

Der Grund liegt nicht einfach darin, dass Pluto klein ist. Nach der geltenden Definition muss ein Planet die Sonne umkreisen, durch seine eigene Schwerkraft annähernd rund geworden sein und seine Bahnumgebung dynamisch dominieren. Pluto erfüllt die ersten beiden Bedingungen, nicht jedoch die dritte. Er bewegt sich innerhalb einer Region, in der zahlreiche andere Körper des Kuipergürtels existieren.

Deshalb endet die offizielle Planetenreihenfolge heute mit Neptun. Pluto folgt zwar weiter außen und bleibt einer der bekanntesten Himmelskörper des Sonnensystems, wird aber nicht mehr als neunter Planet mitgezählt.

Die Umstellung erklärt auch, weshalb ältere Bücher und ältere Merksprüche noch von neun Planeten sprechen.

Wie kann man sich die Reihenfolge der Planeten merken?

Über Generationen wurde die Reihenfolge mit Merksätzen gelernt. Früher war besonders der Satz „Mein Vater erklärt mir jeden Sonntag unsere neun Planeten“ verbreitet. Die Anfangsbuchstaben standen für Merkur, Venus, Erde, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus, Neptun und Pluto.

Seit Pluto nicht mehr als Planet geführt wird, funktioniert dieser Satz nicht mehr vollständig. Eine heute verwendete Variante lautet:

„Mein Vater erklärt mir jeden Samstag unseren Nachthimmel.“

Die Anfangsbuchstaben ergeben wieder:

Merkur
Venus
Erde
Mars
Jupiter
Saturn
Uranus
Neptun.

Damit lässt sich die Reihenfolge von innen nach außen leicht merken.

Sind die Abstände zwischen den Planeten immer gleich?

Nein. Schon die Angabe einer bestimmten Entfernung zwischen zwei Planeten kann irreführend sein. Jeder Planet bewegt sich auf seiner eigenen Bahn um die Sonne. Dadurch ändern sich die Abstände zwischen den Planeten ständig.

Mars kann beispielsweise auf derselben Seite der Sonne wie die Erde stehen und uns vergleichsweise nahe kommen. Befindet er sich auf der gegenüberliegenden Seite der Sonne, ist die Entfernung wesentlich größer.

Auch die Umlaufbahnen selbst sind keine vollkommenen Kreise, sondern Ellipsen. Ein Planet ist während eines Teils seines Jahres etwas näher an der Sonne und während eines anderen Teils weiter entfernt.

Die Reihenfolge der acht Planeten ändert sich dadurch trotzdem nicht. Merkur bleibt auf der innersten Planetenbahn, danach folgen Venus, Erde, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun.

Stehen manchmal alle Planeten in einer Reihe?

Bilder einer vollkommen geraden Planetenreihe sind meist künstlerische Darstellungen. In der Realität bewegen sich die acht Planeten mit völlig unterschiedlichen Umlaufzeiten um die Sonne. Merkur benötigt nur 88 Tage für einen Umlauf, während Neptun fast 165 Erdjahre braucht.

Dadurch können mehrere Planeten zeitweise in demselben größeren Himmelsbereich erscheinen. Astronomen sprechen dann beispielsweise von einer Planetenkonstellation oder einer scheinbaren Planetenparade. Eine mathematisch perfekte Linie, in der alle acht Planeten exakt hintereinander stehen, ist dagegen etwas völlig anderes und praktisch nicht das Bild, das die bekannten Illustrationen suggerieren.

Zudem verlaufen die Planetenbahnen nicht exakt in derselben Ebene. Die meisten liegen zwar vergleichsweise nahe an einer gemeinsamen Ebene, der sogenannten Ekliptik, ihre Bahnen sind aber jeweils leicht gegeneinander geneigt.

Warum ist die Reihenfolge der Planeten für die Astronomie wichtig?

Die Reihenfolge ist mehr als ein Merksatz aus dem Schulunterricht. Sie erzählt einen Teil der Entstehungsgeschichte des Sonnensystems.

Innen befinden sich vier kleine Gesteinswelten. Danach folgt der Asteroidengürtel. Weiter außen dominieren zwei gewaltige Gasriesen und schließlich zwei Eisriesen. Noch hinter Neptun beginnt der Kuipergürtel mit Pluto und zahlreichen weiteren eisigen Körpern. Das Planetensystem geht dort keineswegs plötzlich zu Ende. Unser Sonnensystem erstreckt sich noch sehr viel weiter nach außen.

Die acht Planeten bilden lediglich seine auffälligsten großen Welten. Zwischen und jenseits ihrer Bahnen befinden sich Zwergplaneten, Asteroiden, Kometen, Monde und unzählige kleinere Körper.

Die vertraute Reihe Merkur, Venus, Erde, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun ist deshalb nur das Grundgerüst einer wesentlich größeren kosmischen Landschaft. Gerade ihre Anordnung zeigt jedoch bereits, dass unser Sonnensystem keine zufällige Ansammlung von Welten ist. Die unterschiedlichen Regionen tragen noch heute die Spuren jener Prozesse, aus denen vor Milliarden Jahren Sonne und Planeten entstanden.

Und irgendwo zwischen der heißen Venus und dem kalten Mars zieht an dritter Stelle eine kleine Gesteinswelt ihre Bahn. Für das Sonnensystem ist sie nur einer von acht Planeten. Für uns ist sie der Ort, von dem aus wir überhaupt begonnen haben, die Reihenfolge der anderen zu verstehen.

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Quellen
▪︎ NASA Jet Propulsion Laboratory – Aufbau und Struktur des Sonnensystems
▪︎ NASA Solar System Exploration – Planet Compare und Daten zu den acht Planeten
▪︎ International Astronomical Union – Definition eines Planeten und Einordnung Plutos
▪︎ NASA – Entstehung und Struktur unseres Sonnensystems
▪︎ SWR Wissen – Merkspruch für die Reihenfolge der Planeten