Voyager 1 ist weiter von der Erde entfernt als jedes andere von Menschen gebaute Objekt. Fast ein halbes Jahrhundert nach ihrem Start bewegt sich die Raumsonde noch immer von der Sonne weg – inzwischen durch den interstellaren Raum. Und trotz ihres Alters von mittlerweile fast 49 Jahren besteht weiterhin Funkkontakt zur Erde. Die ursprüngliche Reise zu Jupiter und Saturn ist längst Geschichte. Heute erfüllt Voyager 1 eine Aufgabe, die beim Start 1977 noch wie ein fernes Zukunftsszenario wirkte: Sie misst die Umgebung außerhalb der schützenden Teilchenblase unserer Sonne.
Damit ist die Frage „Wo ist Voyager 1 heute?“ etwas komplizierter, als eine einfache Kilometerangabe vermuten lässt. Die Sonde befindet sich nicht nur weit hinter den bekannten Planeten. Sie hat 2012 die Heliopause überschritten und ist damit in den interstellaren Raum eingetreten. Gleichzeitig gehört sie im weiteren astronomischen Sinn noch immer zum Sonnensystem, denn die enorme Oortsche Wolke und der gravitative Einfluss der Sonne reichen viel weiter hinaus.
Wo befindet sich Voyager 1 heute?
Im August 2026 ist Voyager 1 mehr als 25 Milliarden Kilometer von der Erde entfernt. Da sich Erde und Sonde ständig bewegen, verändert sich die exakte Distanz fortlaufend. NASA stellt deshalb eine laufend aktualisierte Anzeige der Entfernung bereit.
Ein besonders anschaulicher Meilenstein steht unmittelbar bevor: Am 18. November 2026 wird Voyager 1 nach NASA-Berechnungen erstmals eine Entfernung von einer Licht-Tagesreise zur Erde erreichen. Dann wird die Sonde rund 25,9 Milliarden Kilometer entfernt sein. Ein Funksignal von der Erde wird für den einfachen Weg zu Voyager 1 genau 24 Stunden benötigen. Eine Antwort kann entsprechend frühestens zwei Tage nach dem Absenden eines Befehls wieder auf der Erde eintreffen.
Diese Zahlen machen die Entfernung greifbarer als Milliarden Kilometer. Wer Voyager 1 heute einen Befehl schickt, führt kein Gespräch mit einer Maschine in Echtzeit. Die Nachricht reist fast einen ganzen Tag durch den Raum, bis die Sonde sie empfängt.
Voyager 1 entfernt sich dabei weiterhin von der Sonne. Ihre Geschwindigkeit relativ zur Sonne liegt bei ungefähr 17 Kilometern pro Sekunde. Pro Jahr legt sie auf ihrem Weg nach draußen mehrere Hundert Millionen Kilometer zurück.
Ist Voyager 1 schon außerhalb unseres Sonnensystems?
Hier kommt es darauf an, was mit „Sonnensystem“ gemeint ist.
Voyager 1 befindet sich seit August 2012 im interstellaren Raum. Damals überschritt sie die Heliopause. Das ist die äußere Grenze der Heliosphäre – jener riesigen Blase aus Plasma und Magnetfeldern, die durch den Sonnenwind geprägt wird.
Jenseits dieser Grenze dominiert nicht mehr der Sonnenwind, sondern zunehmend die Umgebung zwischen den Sternen. Voyager 1 war das erste von Menschen gebaute Raumfahrzeug, das diese Grenze überschritt. Voyager 2 folgte 2018.
Trotzdem kann man nicht einfach sagen, Voyager 1 habe das Sonnensystem vollständig verlassen.
Sehr weit außerhalb der Planetenbahnen wird die Sonne vermutlich von der Oortschen Wolke umgeben, einem gewaltigen Reservoir eisiger Kleinkörper. Deren innere Grenze könnte erst in einigen Tausend astronomischen Einheiten Entfernung liegen. NASA schätzt, dass Voyager 1 noch ungefähr 300 Jahre brauchen könnte, um überhaupt den inneren Bereich dieser Wolke zu erreichen. Bis sie den gesamten Bereich durchquert hätte, könnten Zehntausende Jahre vergehen.
Voyager 1 hat also die von Sonnenwind beherrschte Region verlassen – nicht aber jeden Bereich, der noch zur Sonne gehört.
Wohin fliegt Voyager 1?
Voyager 1 steuert keinen bestimmten Stern als Missionsziel an.
Nach den Vorbeiflügen an Jupiter und Saturn wurde die Sonde auf eine Bahn gebracht, die sie dauerhaft aus dem planetaren Bereich des Sonnensystems hinausführt. Sie bewegt sich dabei nördlich aus der Ebene heraus, in der die meisten Planeten die Sonne umkreisen.
Langfristig fliegt Voyager 1 ungefähr in Richtung des Sternbilds Schlangenträger. Ihre Reise wird allerdings nicht damit enden, dass sie dort irgendwann einen Stern besucht. Die Entfernungen zwischen den Sternen sind so groß, dass selbst Voyager 1 mit ihrer beträchtlichen Geschwindigkeit viele Tausend Jahre benötigen würde, um sich einem anderen Stern vergleichsweise stark anzunähern.
Die Sonde ist deshalb heute weniger auf dem Weg zu einem bestimmten Ort als vielmehr auf einem dauerhaften Weg von der Sonne weg.
Ihre Bahn wird sie durch die Milchstraße führen, lange nachdem ihre Energieversorgung erschöpft und jeder Funkkontakt zur Erde abgebrochen sein wird.
Ist Voyager 1 noch aktiv?
Ja. Voyager 1 wird von der NASA weiterhin als aktive Mission geführt. Die Sonde sendet technische und wissenschaftliche Daten zur Erde.
Allerdings wird der Betrieb immer schwieriger.
Voyager 1 wurde 1977 gestartet. Niemand konnte damals erwarten, dass das Raumfahrzeug fast fünf Jahrzehnte später noch funktionieren würde. Viele Systeme wurden längst abgeschaltet, andere sind ausgefallen oder werden nur noch eingeschränkt eingesetzt.
Das größte langfristige Problem ist Energie.
Voyager 1 besitzt keine Solarzellen. In ihrer heutigen Entfernung wäre Sonnenlicht ohnehin viel zu schwach, um ein Raumfahrzeug dieser Art zuverlässig mit Energie zu versorgen. Stattdessen besitzt die Sonde drei Radioisotopengeneratoren. Darin erzeugt der natürliche Zerfall von Plutonium-238 Wärme, die in elektrische Energie umgewandelt wird.
Doch mit jedem Jahr sinkt die verfügbare Leistung.
Das Missionsteam muss deshalb regelmäßig entscheiden, welche Geräte weiter betrieben und welche abgeschaltet werden.
Welche Instrumente von Voyager 1 funktionieren noch?
Voyager 1 startete mit zehn wissenschaftlichen Instrumentensystemen. Viele davon werden seit Jahrzehnten nicht mehr benötigt oder mussten wegen des sinkenden Energievorrats abgeschaltet werden.
Im April 2026 schaltete das Missionsteam das Instrument für niederenergetische geladene Teilchen – das Low-Energy Charged Particle Experiment – ab. Die Entscheidung sollte Energie sparen und die Betriebsdauer der Sonde verlängern. Von den ursprünglich zehn wissenschaftlichen Instrumentensystemen waren danach sieben abgeschaltet.
Zu den Instrumenten, die für die heutige interstellare Forschung besonders wichtig sind, gehören weiterhin Messgeräte für Magnetfelder, Plasmawellen und kosmische Strahlung. Allerdings wird auch hier zunehmend abgewogen, wie lange jedes einzelne Instrument betrieben werden kann.
Die Mission verändert sich dadurch grundlegend. Voyager 1 sammelt nicht mehr möglichst viele unterschiedliche Daten. Das Ziel besteht inzwischen darin, mit der immer knapper werdenden Energie möglichst lange genau jene Messungen fortzuführen, die nirgendwo sonst möglich sind.
Denn keine andere aktive Sonde befindet sich weiter von der Sonne entfernt.
Warum macht Voyager 1 keine Fotos mehr?
Eine der häufigsten Fragen zu Voyager 1 lautet, warum die Sonde nicht einfach Bilder von ihrer heutigen Umgebung zur Erde schickt.
Der Grund ist einfach: Die Kameras sind seit Jahrzehnten abgeschaltet.
Voyager 1 benötigte ihr Kamerasystem während der Begegnungen mit Jupiter und Saturn. Nachdem diese Phase abgeschlossen war und sich keine weiteren Planeten auf ihrer Route befanden, verloren die Kameras ihren wissenschaftlichen Nutzen.
1990 wurden sie noch einmal für eine außergewöhnliche Aufnahme aktiviert.
Voyager 1 drehte sich zurück und fotografierte das Sonnensystem aus rund sechs Milliarden Kilometern Entfernung. Aus dieser Bildserie entstand das berühmte „Familienporträt“ der Planeten. Auf einer der Aufnahmen erscheint die Erde lediglich als winziger Lichtpunkt – das später als „Pale Blue Dot“ bekannt gewordene Bild.
Danach wurden die Kameras dauerhaft abgeschaltet, um Energie und technische Ressourcen zu sparen.
Selbst wenn man sie heute wieder aktivieren könnte, gäbe es kaum spektakuläre Motive. Der interstellare Raum ist überwiegend dunkel und leer. Voyager 1 befindet sich nicht in der Nähe eines anderen Sternsystems und sieht keine riesigen fremden Planeten vor sich.
Ihre wichtigsten Entdeckungen entstehen inzwischen nicht durch Bilder, sondern durch Messwerte.
Was misst Voyager 1 im interstellaren Raum?
Die heutige Voyager-Mission unterscheidet sich vollständig von der ursprünglichen Planetenreise.
Während ihrer Begegnungen mit Jupiter und Saturn standen Monde, Ringe, Atmosphären und Magnetfelder der Planeten im Mittelpunkt. Heute untersucht Voyager 1 die physikalischen Bedingungen zwischen den Sternen.
Besonders wertvoll sind Messungen geladener Teilchen, kosmischer Strahlung, Plasmawellen und Magnetfelder. Sie helfen Wissenschaftlern zu verstehen, wie sich die Umgebung außerhalb der Heliosphäre von dem durch die Sonne geprägten Raum unterscheidet.
Voyager 1 befindet sich dabei in einer einzigartigen Position. Teleskope können den interstellaren Raum aus großer Entfernung beobachten. Voyager kann ihn direkt messen.
Als die Sonde 2012 die Heliopause überschritt, änderte sich unter anderem die Zusammensetzung der gemessenen Teilchen deutlich. Teilchen aus der Heliosphäre wurden seltener, während kosmische Strahlung aus dem interstellaren Raum zunahm. Solche Veränderungen halfen überhaupt erst dabei festzustellen, dass Voyager 1 die Grenze überschritten hatte.
Die Sonde funktioniert damit heute wie eine kleine Wetterstation in einer Region, die zuvor kein menschliches Messgerät erreicht hatte.
Wie sendet Voyager 1 noch Daten zur Erde?
Dass wir überhaupt noch mit Voyager 1 kommunizieren können, gehört zu den außergewöhnlichsten technischen Leistungen der Mission.
Die Sonde besitzt eine große Parabolantenne mit einem Durchmesser von rund 3,7 Metern. Sie muss sehr genau auf die Erde ausgerichtet bleiben. Schon kleine Abweichungen könnten dazu führen, dass das extrem schwache Signal die Empfangsantennen nicht mehr zuverlässig erreicht.
Auf der Erde übernimmt das Deep Space Network der NASA die Kommunikation. Das Netzwerk besitzt große Antennenanlagen in Kalifornien, Spanien und Australien. Ihre Positionen sind so gewählt, dass sich die Erde drehen kann, ohne den Kontakt zu weit entfernten Raumfahrzeugen grundsätzlich zu verlieren.
Das Signal von Voyager 1 ist bei seiner Ankunft auf der Erde außerordentlich schwach. Trotzdem können die großen Antennen und empfindlichen Empfänger die Daten herausfiltern.
Die enorme Entfernung hat allerdings eine Konsequenz, die keine Antenne überwinden kann: die Lichtgeschwindigkeit.
Im November 2026 wird ein Funksignal einen ganzen Tag für den einfachen Weg benötigen. Wenn Ingenieure einen Befehl senden, können sie frühestens etwa 48 Stunden später wissen, wie Voyager 1 darauf reagiert hat.
Warum war Voyager 1 zeitweise ausgefallen?
Dass ein Raumfahrzeug aus den 1970er-Jahren technische Probleme bekommt, ist kaum überraschend. Trotzdem stellte Voyager 1 das Missionsteam Ende 2023 vor eine besonders ernste Situation.
Die Sonde sendete zwar weiterhin Signale, doch die übertragenen wissenschaftlichen und technischen Daten waren nicht mehr sinnvoll lesbar. Die Ursache konnte schließlich auf einen Teil des Flugdatensystems eingegrenzt werden.
Ingenieure entwickelten eine Lösung, bei der Softwarecode anders im verbliebenen Speicher verteilt wurde. Im April 2024 begann Voyager 1 wieder verwertbare technische Daten zu senden, später kamen auch wissenschaftliche Daten zurück.
Auch die Steuerdüsen stellen das Team immer wieder vor Probleme. Weil Leitungen und Komponenten altern, mussten Ingenieure mehrfach zwischen verschiedenen Düsensystemen wechseln. 2025 gelang es sogar, ein System wieder in Betrieb zu nehmen, das seit Jahrzehnten als nicht mehr nutzbar gegolten hatte.
Bei Voyager 1 besteht Raumfahrttechnik inzwischen deshalb häufig aus Improvisation mit Komponenten, die lange über ihre ursprünglich erwartete Betriebszeit hinaus funktionieren.
Ein Ersatzteil kann niemand schicken.
Wie lange wird Voyager 1 noch funktionieren?
Das lässt sich nicht exakt vorhersagen.
Klar ist lediglich, dass die verfügbare elektrische Energie immer weiter sinkt. NASA schaltet deshalb Instrumente und Heizungen schrittweise ab, um den verbleibenden Betrieb zu verlängern.
Im April 2026 wurde mit dem Low-Energy Charged Particle Experiment erneut ein wissenschaftliches Instrument stillgelegt. Das Team arbeitet gleichzeitig an weiteren Energiesparmaßnahmen, mit denen die Lebensdauer der Mission möglichst verlängert werden soll.
Das Ende von Voyager 1 dürfte deshalb nicht in einem spektakulären Ereignis bestehen. Die Sonde wird nicht explodieren und wahrscheinlich auch nicht mit einem Himmelskörper zusammenstoßen.
Irgendwann wird schlicht nicht mehr genügend Energie vorhanden sein, um wissenschaftliche Instrumente und Kommunikation zuverlässig zu betreiben.
Zunächst werden weitere Instrumente verstummen. Schließlich wird auch der Funkkontakt enden.
Wann genau dieser Punkt erreicht wird, hängt vom technischen Zustand der Sonde, der verbleibenden Energie und den Entscheidungen des Missionsteams ab.
Fliegt Voyager 1 für immer weiter?
Nahezu.
Auch wenn Voyager 1 irgendwann nicht mehr funktioniert, bleibt ihre Geschwindigkeit erhalten. Im interstellaren Raum gibt es praktisch keinen Widerstand, der die Sonde wie ein Fahrzeug auf der Erde abbremsen würde.
Voyager 1 wird daher weiter durch die Milchstraße fliegen.
Die Sonde trägt dabei eine Botschaft mit sich: die Golden Record.
Auf der vergoldeten Kupferplatte befinden sich Bilder, Geräusche, Musik und Grüße von der Erde. Die Platte wurde als eine Art Zeitkapsel konzipiert – nicht weil man tatsächlich damit rechnete, dass Außerirdische Voyager finden würden, sondern als symbolische Nachricht darüber, wer die Sonde gebaut hat und von welcher Welt sie stammt.
Die Wahrscheinlichkeit, dass Voyager 1 irgendwann von einer außerirdischen Zivilisation entdeckt wird, lässt sich nicht sinnvoll beziffern. Der Raum zwischen den Sternen ist gewaltig, und die Sonde selbst ist nur wenige Meter groß.
Als künstliches Objekt könnte Voyager 1 jedoch sehr viel länger existieren als die Zivilisation, die sie gebaut hat.
Wann erreicht Voyager 1 den nächsten Stern?
Voyager 1 fliegt nicht gezielt auf einen bestimmten Stern zu.
In ungefähr 40.000 Jahren wird sie nach Berechnungen der NASA in einer Entfernung von etwa 1,6 Lichtjahren an einem Stern vorbeiziehen. Auch das ist astronomisch gesehen kein enger Vorbeiflug. Zum Vergleich: Unser nächster Nachbarstern Proxima Centauri liegt rund 4,24 Lichtjahre von der Sonne entfernt.
Voyager 1 wird also nicht irgendwann in ein neues Sonnensystem eintreten und dort Planeten fotografieren.
Ihre Zukunft besteht vielmehr aus einer langen Reise durch die dünn besiedelten Regionen zwischen den Sternen.
Für Menschen ist die Zeitspanne kaum vorstellbar. Die gesamte aufgezeichnete Geschichte unserer Zivilisation umfasst nur einen Bruchteil davon.
Was hat Voyager 1 bei Jupiter und Saturn entdeckt?
Bevor Voyager 1 zur interstellaren Sonde wurde, erfüllte sie eine der erfolgreichsten planetaren Missionen der Raumfahrtgeschichte.
Die Sonde startete am 5. September 1977. Bereits 1979 erreichte sie Jupiter und 1980 Saturn.
Am Jupiter lieferten Voyager 1 und Voyager 2 erstmals hochauflösende Nahaufnahmen vieler Monde und der turbulenten Atmosphäre des Planeten. Eine der bedeutendsten Entdeckungen war aktiver Vulkanismus auf Io. Damit wurde erstmals ein aktiver Vulkanismus außerhalb der Erde direkt beobachtet.
Auch das Ringsystem des Jupiter und neue Monde wurden untersucht.
Am Saturn lieferte Voyager 1 detaillierte Bilder der komplizierten Ringstruktur und untersuchte mehrere Monde. Besonders wichtig war der Vorbeiflug an Titan. Die dichte Atmosphäre des größten Saturnmondes war so interessant, dass die Flugbahn von Voyager 1 speziell für eine nahe Begegnung angepasst wurde.
Dadurch konnte die Sonde anschließend allerdings nicht mehr zu Uranus und Neptun weiterfliegen. Diese Aufgabe übernahm Voyager 2.
Aus heutiger Sicht war diese Entscheidung dennoch folgenreich: Der Titan-Vorbeiflug schleuderte Voyager 1 auf jene Bahn, die sie schließlich aus der Ebene der Planeten und hinaus in den interstellaren Raum führte.
Ist Voyager 1 weiter entfernt als Voyager 2?
Ja.
Obwohl Voyager 2 bereits am 20. August 1977 und damit etwas früher gestartet wurde, ist Voyager 1 heute weiter von der Erde und von der Sonne entfernt.
Der Grund liegt in den unterschiedlichen Flugbahnen und Geschwindigkeiten nach den Begegnungen mit den äußeren Planeten.
Voyager 2 nutzte die seltene günstige Stellung der Planeten für eine wesentlich längere Tour. Nach Jupiter und Saturn flog sie weiter zu Uranus und schließlich zu Neptun. Bis heute ist Voyager 2 die einzige Raumsonde, die Uranus und Neptun aus der Nähe besucht hat.
Voyager 1 nahm nach Saturn dagegen einen direkteren Weg nach außen und überholte 1998 Pioneer 10 als damals am weitesten entferntes von Menschen gebautes Objekt. Diesen Rekord hält sie bis heute.
Beide Voyager-Sonden befinden sich mittlerweile im interstellaren Raum, bewegen sich jedoch in unterschiedliche Richtungen.
Warum ist Voyager 1 nach fast 50 Jahren noch so wichtig?
Voyager 1 ist technisch ein Relikt aus einer anderen Raumfahrtära.
Ihre Computer besitzen aus heutiger Sicht winzige Speicherkapazitäten. Die Sonde wurde entwickelt, als Personal Computer noch keine alltäglichen Geräte waren. Das Internet in seiner heutigen Form existierte nicht, und viele der Ingenieure, die Voyager bauten, konnten nicht erwarten, dass ihre Maschine im Jahr 2026 noch immer Befehle von der Erde erhalten würde.
Gerade darin liegt ein Teil ihrer Bedeutung.
Voyager 1 ist nicht deshalb wissenschaftlich wertvoll, weil ihre Technik besonders modern wäre. Sie ist wertvoll, weil sie sich an einem Ort befindet, den kein anderes von Menschen gebautes Gerät erreicht hat.
Neue Raumsonden besitzen bessere Kameras, leistungsfähigere Computer und wesentlich modernere Instrumente. Aber keine davon kann heute einfach die Messposition von Voyager 1 übernehmen.
Dafür müsste sie zunächst Jahrzehnte hinausfliegen.
Voyager 1 ist noch immer unterwegs
Fast 49 Jahre nach ihrem Start hat Voyager 1 ihre ursprüngliche Mission um Jahrzehnte überlebt.
Jupiter und Saturn liegen seit einer halben Menschheitsgeneration hinter ihr. Die Kameras sind seit 1990 dunkel. Immer mehr Instrumente müssen abgeschaltet werden. Die verfügbare Energie sinkt, technische Probleme häufen sich und jede Kommunikation mit der Erde dauert inzwischen fast zwei Tage für Hin- und Rückweg.
Trotzdem sendet die Sonde weiter.
Im August 2026 bewegt sich Voyager 1 mehr als 25 Milliarden Kilometer von der Erde entfernt durch den interstellaren Raum. Noch in diesem Jahr wird sie erstmals so weit entfernt sein, dass selbst Licht einen ganzen Tag von der Erde bis zu ihr benötigt.
Irgendwann wird kein Signal mehr zurückkommen.
Voyager 1 wird dann jedoch nicht stehen bleiben. Ohne Funkkontakt, ohne arbeitende Instrumente und ohne jemanden, der noch Befehle senden kann, wird sie ihre Bahn durch die Milchstraße fortsetzen.
Aus einer Raumsonde, die 1977 zu Jupiter und Saturn geschickt wurde, wird dann endgültig etwas anderes geworden sein: ein kleines Stück Erde, das zwischen den Sternen weiterfliegt.
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Quellen
▪︎ NASA Science – Voyager 1 Mission und aktueller Missionsstatus
▪︎ NASA Science – Where Are Voyager 1 and Voyager 2 Now?
▪︎ NASA Science – Voyager Interstellar Mission
▪︎ NASA Science – Voyager Frequently Asked Questions
▪︎ NASA Jet Propulsion Laboratory – Voyager 1 Mission
▪︎ NASA Jet Propulsion Laboratory – Energieversorgung und Abschaltung wissenschaftlicher Instrumente 2026
▪︎ NASA Jet Propulsion Laboratory – Voyager 1 Thruster und technische Missionsupdates
▪︎ NASA Jet Propulsion Laboratory – Deep Space Network
▪︎ NASA Science – Voyager Science Investigations
▪︎ NASA Science – Voyager Golden Record und historische Bildaufnahmen

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