Das Universum dehnt sich aus. Damit ist nicht gemeint, dass Galaxien von einem Mittelpunkt in einen bereits vorhandenen leeren Raum fliegen. Vielmehr verändern sich auf sehr großen kosmischen Entfernungen die Abstände im Raum selbst.
Diese Expansion begann mit der frühen Entwicklung des Universums nach dem Urknall. Beobachten lässt sie sich unter anderem am Licht weit entfernter Galaxien. Je weiter eine Galaxie entfernt ist, desto stärker ist ihr Licht im Allgemeinen zu längeren Wellenlängen verschoben. Diese kosmologische Rotverschiebung zeigt, dass sich die Abstände zwischen weit voneinander entfernten Regionen vergrößern.
Lange nahm man an, die gegenseitige Anziehung der Materie müsse die Expansion zunehmend abbremsen. Beobachtungen entfernter Supernovae zeigten Ende der 1990er-Jahre jedoch, dass sich die Ausdehnung seit mehreren Milliarden Jahren beschleunigt.
Als Erklärung dient im kosmologischen Standardmodell die Dunkle Energie. Sie macht einen großen Teil des Energieinhalts des Universums aus und wirkt sich auf dessen großräumige Entwicklung aus. Was sich physikalisch hinter ihr verbirgt, ist allerdings weiterhin eine der großen offenen Fragen der Kosmologie.
Die Expansion betrifft vor allem sehr große Entfernungen. Galaxien, Sonnensysteme oder Menschen werden dadurch nicht einfach auseinandergezogen, weil dort andere Kräfte die Strukturen zusammenhalten.
Quellen
▪ Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik: „SDSS enthüllt 11 Milliarden Jahre Ausdehnungsgeschichte unseres Universums“
▪ European Space Agency: „Euclid overview“
▪ Max-Planck-Institut für Radioastronomie: „Was sind Dunkle Materie und Dunkle Energie?“
