Was ist der Urknall?

Der Urknall beschreibt den frühen Zustand des Universums vor rund 13,8 Milliarden Jahren. Damals war der gesamte beobachtbare Kosmos extrem heiß und dicht und begann sich auszudehnen und abzukühlen.

Der Begriff kann leicht zu einer falschen Vorstellung führen. Der Urknall war keine Explosion an einem bestimmten Ort, bei der Materie in einen bereits vorhandenen leeren Raum geschleudert wurde. Vielmehr vergrößerten sich die Abstände im Raum selbst.

In den ersten Minuten bildeten sich vor allem die Kerne leichter Elemente wie Wasserstoff und Helium. Erst etwa 380.000 Jahre später war das Universum ausreichend abgekühlt, damit Elektronen und Atomkerne stabile Atome bilden konnten. Licht konnte sich nun weitgehend frei ausbreiten.

Dieses frühe Licht existiert noch heute als kosmische Mikrowellenhintergrundstrahlung. Ihre Eigenschaften passen sehr genau zu einem Universum, das früher wesentlich heißer und dichter war. Auch die Expansion des Kosmos und die beobachteten Mengen leichter Elemente stützen das Urknallmodell.

Was genau in den allerersten Augenblicken geschah, ist jedoch nicht vollständig verstanden. Ebenso kann die heutige Physik nicht sicher beantworten, ob der Urknall tatsächlich der absolute Anfang von Raum und Zeit war oder ob ihm ein anderer Zustand vorausging.

Quellen
▪ Max-Planck-Gesellschaft: „Wie sich der Vorhang zum Urknall lüften ließe“
▪ European Space Agency: „Cosmic Microwave Background (CMB) radiation“
▪ NASA Science: „Webb Telescope & The Big Bang“