Hera soll zum fliegenden Softwarelabor im tiefen Weltraum werden

Die Europäische Weltraumorganisation ESA lädt Forschungseinrichtungen und Unternehmen dazu ein, eigene Programme an Bord der Asteroidensonde Hera zu erproben. Nach Abschluss ihrer eigentlichen Untersuchung des Doppelasteroiden Didymos und Dimorphos soll die Sonde im August 2027 für vier Wochen als Softwarelabor im tiefen Weltraum dienen. 

Gesucht werden unter anderem Programme für künstliche Intelligenz, automatische Navigation, Bildauswertung und die selbstständige Auswahl wichtiger Messdaten. Solche Verfahren könnten künftige Raumsonden unabhängiger von Kontrollzentren auf der Erde machen. Das ist besonders bei weit entfernten Zielen wichtig, weil Funksignale viele Minuten unterwegs sind und schnelle Anweisungen vom Boden nicht möglich sind.

Die Versuche sollen in einem geschützten Bereich des Bordcomputers laufen. Die Steuerung der Sonde bleibt davon getrennt, sodass fehlerhafte Programme Hera nicht gefährden sollen. Vorschläge können zunächst als Ideen eingereicht werden. Die ESA will die ausgewählten Projekte im Oktober 2026 bestimmen. Anschließend müssen die beteiligten Teams ihre Programme entwickeln und für den Einsatz im All überprüfen. 

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Quellen

  • Europäische Weltraumorganisation ESA: „Your chance to run software in deep space on ESA’s asteroid mission“, 5. August 2026
  • ESA Open Space Innovation Platform: „Call for Ideas: Autonomous Software Experiments on Hera“, 5. August 2026
  • Europäische Weltraumorganisation ESA: „Hera“, abgerufen am 5. August 2026