War die Mondlandung gefaelscht? Die Verschwoerungstheorie im Ueberblick

Am 20. Juli 1969 landete die Mondfähre von Apollo 11 auf dem Mond. Wenige Stunden später betraten Neil Armstrong und Buzz Aldrin als erste Menschen dessen Oberfläche. In den folgenden Jahren brachte das Apollo-Programm zehn weitere Astronauten auf den Mond. Dennoch wird bis heute behauptet, dass diese Landungen niemals stattgefunden hätten.

Nach dieser Verschwörungserzählung sollen die Aufnahmen der Astronauten nicht auf dem Mond, sondern in einem geheimen Filmstudio entstanden sein. Die NASA und die Regierung der Vereinigten Staaten hätten die Bilder, Funksprüche und wissenschaftlichen Daten gefälscht. Teilweise wird behauptet, nur die erste Mondlandung sei inszeniert worden. Andere Erzählungen gehen davon aus, dass sämtliche bemannten Apollo-Missionen zum Mond erfunden waren.

Welche angeblichen Hinweise werden genannt?

Als Belege dienen vor allem Einzelheiten auf den Fotos und Filmaufnahmen. Häufig wird auf die amerikanische Flagge verwiesen, die sich scheinbar im Wind bewegt. Da es auf dem Mond keine Atmosphäre gibt, könne die Aufnahme nach dieser Vorstellung nur auf der Erde entstanden sein.

Auch die fehlenden Sterne auf den Bildern werden als verdächtig betrachtet. Weitere Behauptungen betreffen Schatten, die angeblich in unterschiedliche Richtungen fallen, ungewöhnliche Lichtreflexe und das Fehlen eines großen Kraters unter der Mondfähre. Hinzu kommen Zweifel daran, ob die damalige Technik für einen Flug zum Mond ausgereicht habe und ob die Astronauten die Strahlung im Weltraum hätten überleben können.

Für diese Beobachtungen gibt es nachvollziehbare technische und physikalische Erklärungen. Die Flagge bewegte sich beispielsweise nicht durch Wind, sondern durch das Aufstellen und Drehen der Stange. Sterne waren wegen der kurzen Belichtungszeiten der Kameras nicht zu erkennen. Unterschiedlich wirkende Schatten entstehen unter anderem durch Perspektive, unebenen Boden und starkes Sonnenlicht. Die angeblichen Unstimmigkeiten gelten deshalb nicht als Belege für eine Fälschung.

Woher stammt die Verschwörungstheorie?

Größere Bekanntheit erhielt die Behauptung in den 1970er-Jahren. Als einflussreich gilt das 1976 veröffentlichte Buch We Never Went to the Moon von Bill Kaysing. Darin vertrat er die Ansicht, die Vereinigten Staaten seien technisch nicht zu einer bemannten Mondlandung in der Lage gewesen und hätten das Ereignis deshalb inszeniert.

Spätere Bücher, Fernsehsendungen und Internetseiten griffen diese Vorstellung auf. Einzelne Bilddetails wurden aus ihrem technischen Zusammenhang gelöst und als Hinweise auf ein Filmstudio dargestellt. Im Laufe der Zeit kamen weitere Erzählungen hinzu, darunter die Behauptung, der Regisseur Stanley Kubrick habe bei der Inszenierung geholfen. Belastbare Nachweise dafür liegen nicht vor.

Warum sollte die Mondlandung erfunden worden sein?

Innerhalb der Verschwörungserzählung werden hauptsächlich drei mögliche Motive genannt. Erstens hätten die Vereinigten Staaten im Wettlauf gegen die Sowjetunion unbedingt einen politischen und technologischen Sieg benötigt. Zweitens habe die NASA eine Niederlage verhindern und ihre Finanzierung sowie ihr öffentliches Ansehen sichern wollen. Drittens soll die Mondlandung dazu gedient haben, von innenpolitischen Problemen und dem Vietnamkrieg abzulenken.

Diese drei angeblichen Motive bilden den Kern der Erzählung. Sie erklären jedoch nicht, wie eine derart umfangreiche Täuschung unbemerkt geblieben sein könnte. Die Sowjetunion verfolgte das Apollo-Programm während des Kalten Krieges und hätte von einer nachweisbaren Fälschung politisch stark profitiert.

Für eine inszenierte Mondlandung gibt es keine belastbaren Belege. Die sechs bemannten Landungen werden durch Mondgestein, Messdaten, unabhängige Beobachtungen und spätere Aufnahmen der Landeplätze bestätigt. Die drei angeblichen Motive werden in den folgenden Artikeln einzeln betrachtet.

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Quellen
▪ NASA: Apollo 11 Mission Overview
▪ NASA: Apollo 11
▪ Royal Museums Greenwich: Moon Landing Conspiracy Theories, Debunked
▪ Smithsonian Magazine: Ten Enduring Myths About the U.S. Space Program
▪ Smithsonian Magazine: Yes, the United States Certainly Did Land Humans on the Moon

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