Wurde die Mondlandung gefaelscht, um das NASA-Budget zu retten

Das Apollo-Programm gehörte zu den teuersten technischen Vorhaben seiner Zeit. Hunderttausende Menschen arbeiteten für die NASA, Raumfahrtunternehmen, Universitäten und zahlreiche Zulieferbetriebe. In Verschwörungskreisen wird deshalb behauptet, die Raumfahrtbehörde habe unbedingt eine erfolgreiche Mondlandung vorweisen müssen. Andernfalls hätte sie einen großen Teil ihrer staatlichen Finanzierung verloren.

Nach dieser Erzählung seien bereits so viele Milliarden in das Programm geflossen, dass ein Scheitern politisch nicht mehr hinnehmbar gewesen wäre. Die NASA habe die Mondlandung deshalb inszeniert, um ihre Existenz zu sichern, weitere Gelder zu erhalten und eine öffentliche Diskussion über die hohen Kosten zu verhindern.

Wie teuer war das Apollo-Programm?

Für das Apollo-Programm werden je nach Abgrenzung unterschiedliche Gesamtkosten genannt. Eine historische Darstellung der NASA beziffert die Kosten auf 25,4 Milliarden US-Dollar nach damaligem Wert. Werden weitere Teilprogramme und Ausgaben bis zum Ende des Haushaltsjahres 1975 einbezogen, ergibt sich eine Summe von ungefähr 30 Milliarden US-Dollar.

Die gelegentlich genannte Zahl von 30 Milliarden Dollar bezeichnet deshalb nicht ein jährliches Budget, das die NASA nach einer gescheiterten Mission auf einmal verloren hätte. Es handelt sich um die über viele Jahre entstandenen Kosten eines umfangreichen Raumfahrtprogramms.

Die NASA erhielt ihre Mittel außerdem nicht automatisch. Der amerikanische Kongress musste die Ausgaben regelmäßig bewilligen. Die Behörde war daher darauf angewiesen, ihre Vorhaben zu erklären, Fortschritte nachzuweisen und politische Unterstützung zu erhalten.

Erfolge waren für die NASA tatsächlich wichtig

Der Grundgedanke hinter der Behauptung ist nicht völlig aus der Luft gegriffen. Eine staatliche Behörde, die ein außergewöhnlich teures Ziel verfolgt, steht unter erheblichem Erfolgsdruck. Verzögerungen, technische Probleme und ausbleibende Ergebnisse können dazu führen, dass geplante Projekte verkleinert oder gestrichen werden.

Die NASA musste beweisen, dass die hohen Ausgaben für Apollo zu sichtbaren Ergebnissen führten. Eine erfolgreiche Mondlandung rechtfertigte das Programm gegenüber Politik und Öffentlichkeit und zeigte, dass das von Präsident John F. Kennedy gesetzte Ziel erreicht worden war.

Daraus folgt jedoch nicht, dass die NASA den Erfolg fälschen musste. Tatsächlich begann ihr jährliches Budget bereits 1966 zu sinken, also drei Jahre vor Apollo 11. Auch die erfolgreichen Missionen von 1968 und 1969 konnten diesen Rückgang nicht dauerhaft verhindern.

Die Erfolge verhinderten weitere Kürzungen nicht

Nach der ersten Mondlandung erhielt die NASA keineswegs unbegrenzt weitere Mittel. Wegen sinkender Budgets wurden geplante Missionen gestrichen. Apollo 20 wurde im Januar 1970 aufgegeben. Später entfielen auch Apollo 18 und Apollo 19. Am Ende fanden sechs bemannte Mondlandungen statt.

Diese Entwicklung widerspricht der Vorstellung, eine inszenierte Landung habe das gesamte Apollo-Budget dauerhaft retten können. Selbst nach dem nachgewiesenen Erfolg von Apollo 11 musste die NASA Programme verkleinern und langfristige Pläne aufgeben.

Auch Fehlschläge und schwere Probleme wurden nicht verborgen. Der Brand von Apollo 1 kostete drei Astronauten das Leben. Apollo 13 konnte den Mond nicht erreichen und musste nach einer Explosion vorzeitig zur Erde zurückkehren. Solche Ereignisse gefährdeten den Ruf der NASA, wurden aber öffentlich untersucht und dokumentiert.

Die NASA hatte ohne Zweifel ein starkes Interesse daran, Erfolge vorzuweisen und ihre Finanzierung zu sichern. Für die Behauptung, sie habe deshalb die Mondlandung erfunden, gibt es jedoch keine belastbaren Belege. Die tatsächliche Entwicklung des Budgets zeigt vielmehr, dass selbst erfolgreiche Mondlandungen weitere Kürzungen und die Absage geplanter Missionen nicht verhindern konnten.

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Quellen
▪ NASA: Our First Lunar Program – What Did We Get from Apollo? 
▪ NASA History: A Brief History of NASA 
▪ NASA: President Nixon Establishes Space Task Group to Chart Post-Apollo Plans 
▪ NASA: Space Task Group Proposes Post-Apollo Plan to President Nixon 
▪ NASA: NASA Cancels Apollo 20 Mission 

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