Webb erprobt neue Methode fuer schwache Exoplaneten

Das James-Webb-Weltraumteleskop kann möglicherweise künftig auch lichtschwächere Exoplaneten genauer untersuchen. Forschende haben mit dem Mittelinfrarot-Instrument MIRI erstmals gezeigt, dass sich dessen schmaler Spektrografiespalt für längere, besonders präzise Messreihen nutzen lässt. Die Ergebnisse wurden am 4. August 2026 vorgestellt.

Für den Test beobachtete Webb rund zehn Stunden lang einen Transit des Exoplaneten HAT-P-12b. Dabei zieht der Planet vor seinem Stern vorbei, sodass ein kleiner Teil des Sternlichts seine Atmosphäre durchquert. Aus diesem Licht können Forschende Hinweise auf deren Zusammensetzung gewinnen. Bisher wurden solche zeitabhängigen MIRI-Messungen ohne Spalt durchgeführt, weil selbst kleinste Bewegungen des Teleskops die Beobachtung stören könnten.

Die Auswertung zeigt nun, dass Webb stabil genug arbeitet. Gleichzeitig war der störende Hintergrund im Spaltmodus deutlich geringer. Dadurch könnten künftig auch schwächere Sterne und ihre Planeten untersucht werden. Vor einer regulären Nutzung sind jedoch weitere Untersuchungen nötig, weil bei längeren Wellenlängen noch zusätzliche Störeffekte festgestellt wurden.

Quellen
▪︎ arXiv: „A new window in time: a mid-infrared slit spectroscopy mode for precision time-series astronomy with JWST/MIRI“
▪︎ arXiv: „Information content of JWST transmission spectroscopy of the exoplanet HAT-P-12b from the optical to the mid-infrared“